Die FH St. Pölten stellt ihren Lehrbeauftragten und Studierenden seit dem Wintersemester 2005/06 die Lernplattform eCampus zur Unterstützung von Lehr- und Lernprozessen zur Verfügung. Die Lernplattform läuft auf Basis des Open-Source Learning Management Systems Moodle. Mit dem eCampus haben die Lehrbeauftragten die Möglichkeit ihre Lehrveranstaltungen virtuell anzureichern. Das kann von der Distribution von Materialien über die Unterstützung virtueller Kommunikation und Kollaboration bis hin zur Online-Begleitung in berufsbegleitenden Studiengängen bzw. von Praktika reichen.
Um die Organisation der Kurse im eCampus müssen sich weder Lehrende noch Lernende kümmern. Als besondere Dienstleistung werden zu Semesterbeginn alle Kurse mit den jeweiligen Lehrbeauftragten und den Studierenden in einer Basis-Version durch den eCampus-Administrator zentral angelegt. Entsprechende Schulungs- und Beratungsaktivitäten sollen sicherstellen, dass schrittweise immer mehr Lehrende mit der Kompetenz ausgestattet werden, auch didaktisch fortgeschrittene Einsatzszenarien der Plattform zu konzipieren und umzusetzen.
Einsatzszenarien
Die folgenden Einsatzszenarien geben einen ersten Eindruck, wie der eCampus verbreitete didaktische Probleme lösen hilft:
Unterschiedliches Vorwissen angleichen
In vielen Studiengängen tritt das Problem auf, dass Studierende mit sehr heterogenem Vorwissen in die Lehrveranstaltungen kommen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, wurde in der Lehrveranstaltung „Interaktive Applikationen für das Web“ eine Online-Lerneinheit konzipiert. Ziel dieser Einheit ist es, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich angeleitet das notwendige Grundwissen selbst zu erarbeiten und so individuell ihr Vorwissen anzugleichen. Nach einem ersten Präsenztermin startet die vierwöchige Online-Lerneinheit als Selbststudienphase, in der die Studierenden sich Wissen individuell aneignen und dieses Wissen an kleineren Aufgaben erproben. Die studentischen Lösungen werden über die Lernplattform eCampus abgegeben. Betreut werden die Studierenden mit Hilfe eines Kommunikationsforums. Die weiteren Lehrveranstaltungstermine werden als Präsenzveranstaltungen angeboten.
Ansprechpartner: Markus Seidl
Eigenverantwortliches Lernen fördern
Studierende in einer Großgruppe von 100 TeilnehmerInnen zu unterrichten und dabei noch innovative Lehr- und Lernkonzepte einzuführen ist gar nicht so einfach. In der Lehrveranstaltung „Pädagogik“ wurde eine virtuelle Lerneinheit eingeführt, um die Studierenden durch ein innovatives Lehr-/ Lernszenario in die Thematik E-Learning einzuführen und die Kompetenzen der Studierenden in Bezug auf problembasiertes, selbst gesteuertes und eigenverantwortliches Lernen zu fördern und zu fordern. Die Lerneinheit ist eingebettet in zwei Präsenzblöcke, die dozentenzentriert in der Großgruppe gehalten werden und wenig Interaktion erlauben. Um Interaktion und Lernen zu initiieren, wurde die Lerneinheit als Schnitzeljagd konzipiert, die mehrere in ihrer Komplexität unterschiedliche Aufgaben umfasst. Die Aufgaben müssen von den Studierenden sowohl individuell als auch in der Gruppe bearbeitet werden und decken inhaltlich jeweils ein anderes Thema aus dem Bereich Pädagogik ab, zum Beispiel Erziehung und Kommunikation, Gegenstandsbereiche der Pädagogik, Konstruktivismus und andere. Dabei steht die Transferleistung des erarbeiteten Wissens im Vordergrund.
Ansprechpartner: Corinna Haas
Weltweit kommunizieren und begleiten
Wie betreut man Studierende, die ein Auslandssemester absolvieren und dabei Anspruch auf eine Supervision haben? Die Lösung ist eine Gruppen-Tele-Supervision unterstützt durch die Lernlattform eCampus. Bevor die Studierenden zu ihren Praxisstellen auf die Reise gehen, findet eine gemeinsame Präsenzveranstaltung statt, in der die Gruppe sich kennen lernen kann, die Spielregeln für die Supervision ausgehandelt und die Lernplattform intensiv vorgestellt wird. Für die weitere Betreuung treffen sich der Supervisor und die Studierenden nur noch im virtuellen Raum. Dafür wurden auf dem eCampus zum Einstieg Möglichkeiten der asynchronen Kommunikation (Foren) eingerichtet. Im weiteren Verlauf kommen dann auch synchrone Kommunikationsmöglichkeiten (Chat) zum Einsatz. Für persönliche Herausforderungen und Probleme, die nicht in der Gruppe besprochen werden können oder sollen, steht jedem Studierenden ein Journal zur Verfügung, in dem asynchrone Eins-zu-Eins Kommunikation zwischen Supervisor und Studierendem möglich ist.
Ansprechpartner: Leo Pöcksteiner
