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Neuherausgabe der "Wege zu einer Fürsorgewissenschaft" von Ilse Arlt

07.11.2010
Das zweite Hauptwerk Ilse Arlts liest sich als Zusammenfassung ihres gesamten Lebenswerks.

In "Wege zu einer Fürsorgewissenschaft" nimmt Arlt noch einmal Bezug auf die Dreh- und Angelpunkte ihrer Theorie, einer wohlfahrtsorientierten Fürsorge. Diese ankert in der Armuts- und Gedeihensforschung, welche zum einen die aktuell und habituell vom Individuum realisierten Formen und Grade der mangelhaften und/oder hinreichenden Befriedigung allgemein-menschlicher Gedeihenserfordernisse (Bedürfnisse) präzise erfasst und misst. Zum anderen werden die mannigfaltigen Weisen gedeihlicher Lebens- und Haushaltsführung systematisch erkundet und ausgewertet.

Die Messbarkeit der Not als Abstand vom richtigen Gedeihen sowie die Messbarkeit der Hilfserfordernisse und -mittel bilden für Ilse Arlt die Grundlage und den kritischen Maßstab für eine individual- und kontextgerechte Planung und Durchführung sowie die Evaluation von Hilfsmaßnahmen. Hilfe kann nach Arlt nur dann zur Selbsthilfe werden, wenn durch sie die Fähigkeit des Individuums zum schöpferischen Konsumhandeln und zur sorgsamen Lebenspflege entwickelt/bestärkt wird. Auf diesem Wege würde nicht bloß Leid gelindert, sondern individuelles Gedeihen, Lebensfreude und auch nationale Wohlfahrt nachhaltig befördert werden.

Die Neuedition dieses Werks umfasst neben einem ausführlichen Nachwort auch eine der beiden bislang unveröffentlichten Autobiographien Ilse Arlts. Die Neuherausgabe des ersmals 1921 erschienenen Werks "Die Grundlagen der Fürsorge" ist Ende für 2010 geplant.

Das Buch ist im Fachhandel oder über das Ilse Arlt Institut erhältlich.

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