Aktuelles

News

Keine Eiszeit bei O-Bussen

12.08.2010
Ein innovatives Heizsystem für Verkehrsoberleitungen, entwickelt von Studenten des Studiengangs Industrial Simulation, wappnet Oberleitungsbusse gegen Eis.

O-Bus auf der Überholspur

Oberleitungsbusse, die ihren Fahrstrom von elektrischen Oberleitungen beziehen, auch O-Bus oder Trolleybus genannt, sind eine umweltfreundliche wie flexible Alternative zum klassischen Bus und zur Bahn. Weltweit sind sie in 50 unterschiedlichen Ländern und in 339 verschiedenen Städten -  in Österreich z. B. in Salzburg - unterwegs. Viele Netze werden ausgebaut oder sogar neu erstellt. Jedoch gehen die Oberleitungen bei winterlichen Temperaturen manchmal ko - die Busse bleiben dann einfach auf der Strecke liegen.

Ausgeklügelte Software und Hardware

Studenten vom Studiengang Industrial Simulation haben im Auftrag der Salzburg AG ein neues, vollautomatisches Heizsystem entwickelt, das besonders energieeffizient ist und auch im Sommer Vorteile bringt. Die neue Technologie macht O-Busse fit für alle Jahreszeiten und konkurrenzfähiger gegenüber anderen Verkehrsmitteln.

Software heizt ein

Die Steuerungssoftware bildet die Zentrale, die alles managt. Diese wertet aktuelle Wetterdaten wie Außentemperatur und Windgeschwindigkeit aus und kombiniert diese mit Daten über den zu beheizenden Leitungsabschnitt wie z. B. der Leitungslänge. Aus diesen Faktoren errechnet die Software vollautomatisiert die benötigte Heizleistung und -dauer. Die Ergebnisse werden schließlich an das Steuersystem der Heizanlage weitergegeben. Diese beheizt aufgrund der Daten einzelne Leitungsabschnitte, denen eine Vereisung droht, individuell und kontrolliert. Dabei ist das Ausmaß der Erwärmung des Oberleitungs-Kupferdrahtes mit einem Zustand vergleichbar, in dem ein Bus ständig fahren würde. Die Vorteile des innovativen Enteisung-Systems: Es ist untertags nutzbar, energieeffizient und bedarf aufgrund der vollautomatischen Anwendung kaum zusätzlichen Personals oder Service. Zudem bietet es auch ein add-on für heiße Sommer – denn den Oberleitungen setzt auch übermäßige Hitze zu und lässt die Fahrdrähte durchhängen. Für solche Fälle bietet die Software ein Frühwarnsystem, um gegebenenfalls Gefahren frühzeitig zu erkennen. 

Probebetrieb

Die neue Heizungstechnologie für Busoberleitungen besteht aus mehreren Modulen, wovon noch in diesem Jahr die ersten im Einsatz getestet werden. Bereits für nächstes Jahr ist der Einsatz auf mehreren Strecken geplant, so Andreas Randacher, Leiter des Elektroservices des Bereichs Verkehr der Salzburg AG und selbst Student des Studiengangs Eisenbahn-Infrastrukturtechnik an der FH St. Pölten. Dieses innovative Verkehrsleitungs-Heizsystem ist für alle größeren Verkehrssysteme optimal einsetzbar und bleibt deshalb keineswegs nur auf O-Busse beschränkt. So könnte das System auch bei Zügen, die mit Gleichstrom fahren, Anwendung finden.

<< Zurück