Erklärung zur Erasmus Hochschulpolitik

Internationalisierungsmaßnahmen und hochschulpolitische Zielsetzungen

Zentraler Bestandteil der Internationalisierungsstrategie der Fachhochschule St. Pölten bleibt die Studierenden- und Lehrendenmobilität. Der Großteil der Mobilität findet mit europäischen Partnerhochschulen statt. In den nächsten Jahren sollen Hochschulpartner im Bereich Soziales und Gesundheit gewonnen werden. In den Bereichen Medien, Wirtschaft und Technik gilt es, die bestehenden, zumeist jungen Hochschulpartnerschaften zu evaluieren und mit geeigneten Partnern eine lebendige und zielgerichtete Zusammenarbeit zu verwirklichen. Daneben werden Möglichkeiten der Kooperation mit Drittländern, etwa im Rahmen von Double/Joint Degrees und Erasmus Mundus, erörtert werden.

Die FH St. Pölten nimmt ab Frühjahr 2007 an einem Intensivprogramm zum Thema "Information Security" teil, und die Teilnahme an multilateralen Netzwerken auf den Gebieten Diätologie und Sozialarbeit wird vorbereitet.

Neben der Lehrendenmobilität werden wir die vom Programm für Lebenslanges Lernen eröffneten Möglichkeiten zur Mobilität und Weiterbildung von DozentInnen und administrativem Personal nutzen.

Die Erasmusaktivitäten werden auf der Website unserer Fachhochschule in der Sektion "International" sowie in der Zeitschrift "Infoline" und im elektronischen Newsletter dokumentiert. Diese Aktivitäten werden auch in den Jahresbericht aufgenommen, der zur Information externer Kooperationspartner (z.B. Schulen, Firmen) dient. Das European Policy Statement findet sich auf der Website und im "International Student Handbook".

Seit 2005 nehmen zwei Gender- und Diversity-Beauftragte die Aufgabe wahr, ein Konzept zu Gender Mainstreaming und Diversity Management zu erarbeiten und an der Fachhochschule umzusetzen, mit dem Ziel, Diskriminierungen (aufgrund von Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, Behinderung) zu beseitigen. Es wird ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis unter den Studierenden, den Lehrenden und im Führungsteam angestrebt. Bewusstseinsbildung und die Verwendung geschlechtssensibler Sprache werden gefördert. Um den Frauenanteil in den technischen Studienrichtungen zu vergrößern, finden Technik-Schnupperkurse für junge Frauen statt, und es werden Frauen ausdrücklich eingeladen, sich als Lehrende zu bewerben. Für reguläre Studierende aus dem außereuropäischen Ausland werden Integrationsmaßnahmen getroffen. Eine besonders wichtige Rolle spielt hier auch das International Student Network (ISN), ein Verein St. Pöltner Studierender, der die Gaststudierenden betreut und ihnen die Integration in die studentische Gemeinschaft erleichtert. Der Förderverein der Fachhochschule unterstützt sozial schwächer gestellte reguläre Studierende aus dem Ausland mit einem Stipendium. Im Interesse der Durchlässigkeit des Bildungssystems werden junge Menschen ohne Hochschulreife bei Ablegung bestimmter Prüfungen zum Studium zugelassen. Berufstätigen und Menschen in benachteiligten Regionen soll durch den Einsatz von eLearning die Chance auf ein Hochschulstudium gegeben werden.

Qualitätssicherung in der Studierenden- und Lehrendenmobilität

Die Anerkennung von Auslandsstudienleistungen erfolgt durch die Verwendung von ECTS, Learning Agreement und Transcript of Records in der Regel problemlos. Outgoing Students werden mithilfe der Website, des eCampus, in Informationsveranstaltungen und im persönlichen Gespräch informiert. Incoming Students werden durch ECTS Guide/International Student Handbook und insbesondere am "Willkommenstag für Gaststudierende" informiert. Um die Mobilität zu fördern, wird besonderer Wert auf Fremdsprachenunterricht gelegt. In allen Studienrichtungen ist Englisch Unterrichtsfach; in den wirtschaftlichen Studienrichtungen wird eine 2. Fremdsprache gewählt. Fremdsprachen können überdies als Freifach von allen Studierenden belegt werden. Finanziell unterstützt die Fachhochschule Studierende beim Auslandsstudium oder –praktikum mithilfe des Fördervereinsstipendiums, das an akademische Leistung und soziale Bedürftigkeit geknüpft ist.

Incoming Students werden umfassend betreut. Ein(e) individuelle(r) akademische(r) Betreuer(in) steht ihnen für fachliche Fragen zur Verfügung; ein Mitglied des International Student Network (ISN) ist ihnen als studentische(r) Betreuer(in) zugeteilt, und die organisatorische Unterstützung erfolgt durch das International Office. Das ISN organisiert regelmäßige Treffen zwischen Gaststudierenden und St. Pöltner Studierenden und bietet ein Programm an Ausflügen und kulturellen Veranstaltungen, das die Fachhochschule finanziell unterstützt. Internationale Studierende können regelmäßigen Deutschunterricht besuchen. Drei Studentenheime in unmittelbarer Nähe des Campus bieten ausreichend Platz und ermöglichen relativ preisgünstiges Wohnen.

Dozentenmobilität wird administrativ, sprachlich und finanziell unterstützt. Für Regionen außerhalb Europas wurden zwei Gastprofessuren eingerichtet.

Ein Qualitätsmanagementsystem überprüft die mit der Mobilität verbundenen organisatorischen Abläufe; die im Intranet abgebildeten Prozesse werden laufend evaluiert und adaptiert.

Praktika

Prinzipiell finden die Studierenden selbständig ihre Praktikumsplätze. Hilfe bei der Suche bietet die hausinterne Praktikumsbörse. Studierende können sich gezielt an Firmen/Organisationen wenden, die bereits PraktikantInnen unserer Fachhochschule aufgenommen haben, und KollegInnen höherer Jahrgänge als Ansprechpartner nützen. Für Praktikumsstellen im Ausland kann man insbesondere auch die Datenbank des Leonardo-Büros Danube heranziehen.

In jährlichen Informationsveranstaltungen wird über die Möglichkeiten, den Sinn und Zweck des Praktikums und das formale Prozedere informiert.

In jedem Semester wird das Freifach "Bewerbungstraining" angeboten, das die Studierenden auf die professionelle schriftliche Bewerbung und das Verhalten im Vorstellungsgespräch vorbereitet.

Die von den Studierenden ausgewählten Praktikumsstellen werden vom Praktikumsbetreuer/von der Praktikumsbetreuerin an der FH abgesegnet. Neben dem Dienstvertrag zwischen Firma und StudentIn gibt es auch eine Ausbildungsvereinbarung, die das Arbeitsprogramm des Praktikanten/der Praktikantin beschreibt und in der sich das Unternehmen dazu verpflichtet, eine Betreuungsfunktion wahrzunehmen. Die Ausbildungsvereinbarung wird zwischen PraktikantIn, PraktikumsbetreuerIn an der FH und BetreuerIn im Unternehmen getroffen. Die FH legt Wert darauf, dass der/die PraktikantIn bei einem Projekt eingesetzt wird, das für den normalen Arbeitsalltag des Unternehmens typisch ist.

Während des Praktikums liefert der/die PraktikantIn monatlich einen Erfahrungsbericht an den/die BetreuerIn zu Hause. Es findet ein Monitoringbesuch durch den/die PraktikumsbetreuerIn statt; dieser wird bei Auslandspraktika meist durch e-mail-Kontakt ersetzt.

Im Fall von Firmendiplomarbeiten erfolgt die Betreuung der Diplomarbeit gemeinsam durch die FH und das Unternehmen.

Nach Abschluss des Praktikums legen die Studierenden einen Bericht vor und halten eine Präsentation, zu der Studierende des nächsten Jahrgangs eingeladen werden, um sich schon im Vorfeld ein Bild von möglichen Arbeitsfeldern und Unternehmen machen zu können. Ein spezielles Forum im eCampus wird zum informellen Informations- und Erfahrungsaustausch genutzt.

Die Anerkennung des Praktikums erfolgt in der Regel problemlos durch ECTS-Punkte.