FH St. Pölten holt "Mariazellerbahn" vom Abstellgleis
Erfolgsversprechende Zukunftsaussichten für die Mariazellerbahn: In einer Bachelorarbeit am Studiengang Eisenbahn-Infrastrukturtechnik wurden dazu die Infrastruktur und der Betrieb dieser einzigartigen Bahnstrecke genauer betrachtet. „Unsere Analyse zeigt, dass eine Modernisierung in zwei getrennten Stufen erfolgen kann. Das ermöglicht eine budgetgerechte Planung und Umsetzung: In einer ersten Stufe sollten gewisse Mindestanforderungen des modernen Fahrgastes erfüllt werden – wie z. B. moderne Fahrzeuge und komfortable Haltestellen. Ein Taktfahrplan würde dann die Attraktivität der Bahn enorm steigern. Dazu sind bauliche Maßnahmen notwendig, die wir mit unserer Simulation klar definieren konnten", erklärt Philipp Mackinger, Autor der Bachelorarbeit.
Potenzial zur S-Bahn
Auf Basis dieser Neuerungen könnte dann sogar ein weiterführender Ausbau bis hin zum S-Bahnverkehr passieren. Diesem steht nicht einmal die besonders schmale Spurweite der Mariazellerbahn im Wege. Denn, wie Vergleiche aus der Praxis zeigen, kann die maximale Fahrtgeschwindigkeit auch auf diesen Spurweiten bedeutend angehoben werden. Auf Streckenteilen der Mariazellerbahn, wie etwa zwischen St. Pölten und Loich, sind sogar zwischen 70 und 100 km/h möglich. Die dafür notwendigen Umbauten würden nicht einmal die ganze Strecke betreffen, wie DI Dr. Bernhard Rüger, Fachexperte von der FH St. Pölten, ausführt: "Die engsten Kurven müsste man begradigen, an einigen Stellen schlankere Weichen einbauen und Trassierungen optimieren. Bedenkt man aber, dass die Strecke ohnehin saniert werden muss, um einen Weiterbetrieb zu gewährleisten, relativiert sich der Aufwand durch die Vorteile eines S-Bahn-ähnlichen Verkehrs."
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