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Neue EisenbahnerInnen braucht das Land

20.09.2010
Gunter Mackinger, Direktor der Salzburger Lokalbahnen (SLB), referierte über dieses spannende Thema anlässlich des Semesterstarts des Studiengangs Eisenbahn-Infrastrukturtechnik.

"Privat" versus staatseigene Bahn

Gunter Mackinger ist einer der seltener werdenden Manager, die ihren Beruf von Grund auf erlernt haben. "Ich habe als Verschieber begonnen und nie daran gedacht, Karriere bei der Lokalbahn zu machen."
Er erläuterte am Beispiel der SLB die Unterschiede der Philosophie einer "privaten" im Gegensatz zu einer staatseigenen Bahn. Wesentlich sei dabei der integrierte Ansatz, also die Vereinigung von Infrastruktur, Betrieb und Absatz in einem Unternehmen. Er räumte ein, dass das bei 600 MitarbeiterInnen einfacher sei, als bei 40.000 Beschäftigten, wies aber zugleich auf die Ressourcen fressenden Doppelgleisigkeiten und internen Verrechnungen divisionalisierter Konzerne hin; ganz abgesehen von Kompetenzstreitigkeiten und der laufenden politischen Einflussnahme bei den ÖBB.

GeneralistInnen gesucht

Im zweiten Teil seines Vortrags wies Mackinger auf die Bedeutung von GeneralistInnen im Eisenbahnunternehmen hin. SpezialistInnen seien zwar wichtig und notwendig, aber diese sind leichter zu bekommen. MitarbeiterInnen, die den Überblick über das Gesamtsystem Bahn haben, also vom Bau und Erhaltung der Infrastruktur über den Betriebsablauf und die Sicherheitstechnik bis hin zu vertrieblichen und kaufmännischen Aspekten, seien aber sehr schwer zu finden. Das gelte für sein Unternehmen genauso wie für die ÖBB, die durch unfreiwillige Frühpensionierungen noch dazu wichtige Erfahrungs- und Knowhow-Träger verloren habe. Insoferne begrüße er das Konzept des Studiengangs Eisenbahn-Infrastrukturtechnik sehr. Positive Auswirkungen auf den gesamten österreichischen Eisenbahnsektor sind zu erwarten.

Diskussion mit "Insiderinfos"

Die anschließende Diskussion mit den Studierenden von Eisenbahn-Infrastrukturtechnik war lebhaft und kurzweilig. Durch interessante Wortmeldungen von Studierenden gelang es, Herrn Mackinger aus der Reserve zu locken und ihn dazu zu bringen, „Insiderinfos“ pointiert zu formulieren.

Der nunmehr fünfte Gastvortrag des Studiengangs Eisenbahn-Infrastrukturtechnik zu Semesterbeginn war sicher eine sehr gelungene Fortsetzung einer jungen Tradition.

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