Das Gesicht als biometrisches Merkmal
Ein wichtiges Ziel des Projektes ist der Aufbau eines weiteren, für die FH St. Pölten strategischen Forschungsfeldes mit enger Verflechtung mit der Wirtschaft und Lehre, insbesondere dem Studium „IT Security“. Sowohl die biometrische Authentifizierung als auch Chipkartensysteme (Unternehmenskarten, Bankkarten, e-cards, SIM-Karten etc.) sind wichtige und stark wachsende Märkte der IT-Security. Das Projekt FaceMOC hat eine Laufzeit von 24 Monaten und geplante Kosten von 380.000 Euro und wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gefördert und vom Studiengang IT Security durchgeführt.
Unsere Informationsgesellschaft lebt von unmanipulierten, authentischen und vertraulichen Daten. Chipkarten / Hardware-Token ermöglichen, wie keine andere Technologie, die Umsetzung dieser Anforderungen in Verbindung mit kryptografischen Verfahren und Passwörtern bzw. biometrischen Methoden. Praktische Beispiele dafür sind heute über drei Milliarden SIM-Karten (in Mobiltelefonen), Bankomatkarten (Maestro-Karten), Kreditkarten, e-cards, Tourismuskarten und neue Reisepässe mit Chip.
Matching-On-Chip
Die Benutzerauthentifizierung erfolgt heute meist mit Passwörtern / PINs. In Zukunft werden dafür aus Sicherheitsgründen verstärkt biometrische Methoden eingesetzt. Dabei gewinnen aus Sicherheits- und Datenschutzgründen die Speicherung und Prüfung der biometrischen Daten direkt am Chip der Chipkarte große Bedeutung. Dieses sogenannte Matching-On-Chip (MOC), d. h. der biometrische Mustervergleich direkt am Chip der eigenen Karte, ist für den Fingerabdruck technisch gelöst, aber wenig akzeptiert und angewendet. Das Gesicht als biometrisches Merkmal weist dafür eine wesentlich höhere Akzeptanz auf und die große Verbreitung von Kameras in Mobiltelefonen, Bankomaten, Laptops und Zutrittskontrollsystemen vereinfacht den Einsatz. Für die Gesichtserkennung ist aber MOC noch ungelöst, vor allem wegen des geringen Hauptspeichers und der geringen Rechenleistung von Chipkarten. Es sind dafür neue und verbesserte Verfahren der Gesichtserkennung erforderlich.
Ziele
Im Forschungsprojekt Face-MOC werden die bekannten Verfahren und Algorithmen nach der Eignung für MOC analysiert. Die Bestgeeigneten werden dann in einer umfangreichen Forschungstätigkeit verbessert und für Matching-On-Chip optimiert. Anschließend wird das Ergebnis auf Chipkarten implementiert und ausführlich getestet.


