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Internet & Regulierung

22.06.2009
Der Vizevorsitzender der ICANN, Robert Gaetano, beleuchtete in einem Gastvortrag Missverständnisse, Probleme und Perspektiven der Internetregulierung.

Roberto Gaetano (links im Bild) – Vizevorsitzender der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) - konnte für einen Gastvortrag zur Internetregulierung im Rahmen der Lehrveranstaltung „Technologische Trends im Medienbereich“ von Dr. Jan Krone (rechts im Bild), Bereich Wirtschaft, gewonnen werden.

Zugang zur weltumspannenden Kommunikation

Dank seiner umfassenden Expertise zur Netzverwaltung- und Entwicklung als auch der Standardbildung im Telekommunikationssektor eröffnete Gaetano den Zugang zur weltumspannenden Kommunikation.

Seit 1998 versucht die ICANN alle Stakeholder des Internets – also InteressenvertreterInnen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sphäre – zusammenzubringen, um sich gemeinsam folgenden Kernaufgaben zu widmen:

  • Wie reguliert man die Infrastruktur des Internets und garantiert dabei die Sicherheit und Stabilität?

  • Wie hält man das Internet in seiner Form neutral im Verhältnis zu Einzelinteressen?

    Die richtige Balance zu finden, ist die permanente Herausforderung des Boards of Directors und den dreimal im Jahr stattfindenden Summits mit rund 1.000 TeilnehmerInnen, aktuell im Juli in Sydney. Hauptaufgabe hierbei ist die Zuordnung von Domains mit ihren IP-Adressen. Zum Vergleich: bei einem Mobiltelefon ist eine Nummer einer Person zugewiesen. Niemand muss sich die Nummer merken, da im Adressbuch die Verbindung zwischen Name und Nummer gespeichert ist. Das funktioniert bei einer einzelnen Person ganz gut, allerdings muss im Internet jede Adresse auf der ganzen Welt einzigartig sein. Dafür sind gewisse Richtlinien nötig – wie die Einführung von Top Level Domains (zum Beispiel .at). Tippt ein/e UserIn eine Domain ein, z. B.  fhstp.ac.at, muss sie oder er auf die richtige Seite geleitet werden. Auch geht es um die Etablierung kyrillischer, chinesischer oder japanischer, also nicht-lateinischer Zeichen in die Domain-Verwaltung sowie die verstärkte Kommunikation der ICANN nach außen zur stärkeren Einbindung der UserInnen des Internets. Seit dem letzten öffentlichen Aufruf zur Bestellung des Boards im Jahr 2000 ist die größte Stakeholder-Gruppe unterrepräsentativ.

Keine Kontrolle der Inhalte

Womit sich ICANN nicht auseinandersetzt, ein häufiges Missverständnis, sind die Inhalte der entsprechenden Sites, wie Spam oder nach nationalen Rechtsgefügen illegale Inhalte wie Verstöße gegen den Jugendschutz, Verletzung von Urheberrechten oder Missachtungen der Menschenwürde. Eine Erweiterung der Aufgabe der technischen Regulierung um die inhaltliche Komponente würde laut Gaetano den Rahmen der Organisation sprengen. Es sei vielmehr zu empfehlen, bestehende Gesetze analog auf das Internet anzuwenden, um eine „Ghettoisierung“ des virtuellen Raums zu vermeiden.

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