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Gendern, aber vernünftig

22.12.2010
Darauf einigten sich Michael Schmid (FM4, Ö1), Erich König (Medienstaatssekretariat), Beatrix Beneder (Uni Wien) und Ulli Weish (Rosa-Mayreder-College) bei der SUMO-Podiumsdiskussion „Für Sie noch immer Frau Medienmanagerin und Herr Fotograf“ am 14. Dezember in der FH St. Pölten.

Gendern ist ein Thema, das stark polarisiert. Was für die einen Gleichberechtigung in der Sprache ist, ist für die anderen Sprachverfall. So kommen auch die Ausbildungsmedien der FH St. Pölten nicht um dieses Thema herum und haben im Zuge dessen eine Podiumsdiskussion organisiert.

 

Sprache spiegelt Wirklichkeit wider

Michael Schmid (FM4, Ö1) sieht es als Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, gendergerecht zu formulieren. Privatmedien könne man diesbezüglich aber keine Vorschriften machen, auch wenn er das persönlich erstrebenswert fände. „Es gibt keine verbindliche Regelung für geschlechtergerechtes Formulieren“, bestätigt Erich König (Medienstaatssekretariat). Da Sprache unter anderem Wirklichkeit widerspiegele, verdeutliche dies nur allzu gut die nach wie vor fehlende Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern. „Solange sich niemand beschwert, dass nicht gegendert wird, wird sich auch nichts an der Realität ändern“, fügt Beatrix Beneder (Uni Wien) hinzu.  

 

Keine „Sprachpolizei“

Ulli Weish (Rosa-Mayreder-College) sprach sich am Ende der einstündigen Diskussion gegen eine „Sprachpolizei“ aus, sei es pro oder contra Gendern: „Geschlechtergerecht formulieren ja, aber vernünftig. -Innen ist wirklich die Abwertung der Abwertung.“

AutorIn: Elisabeth Sonnleitner

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