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Youngster of Arts 2010

20.05.2010
Die Medientechnik Studentin Jessica Lind erhält für ihre literarischen Werke die höchste kulturelle Auszeichnung der Stadt St. Pölten, den „Youngster of Arts“.

Seit 1992 wird der Preis „Youngster of Arts“ an junge Kulturschaffende und angehende WissenschafterInnen verliehen. Die Auszeichnung ist Ansporn und Ermutigung zum Fortfahren in ihrem Engagement als kreative HoffnungsträgerInnen. Jessica Lind wurde der Preis einstimmig vom Gemeinderat zuerkannt, geehrt wurde sie von Bürgermeister Mag. Matthias Stadler bei der Eröffnung der St. Pöltner Festwochen.

Schreiben von klein auf

Das Schreiben hat Jessica Lind bereits in jungen Jahren für sich entdeckt. „Ich habe mich als Kind gefragt, ob ich irgendein besonderes Talent habe und es toll sein müsste, in irgendeiner Sache besser zu sein, als andere“, so Jessica Lind. Ihr erstes Gedicht hat sie „mit acht oder neun Jahren“ geschrieben, gelesen hat sie immer schon gerne. Als „Genie“ oder „Naturtalent“ sieht sich die Preisträgerin nicht. „Schreiben hat viel mit Arbeit und Entwicklung zu tun. Meine Mutter hat dazu beigetragen, indem sie mit meinen Schwestern und mir Geschichten erfunden hat.“ Begeistert vom Schreiben und „verbissen von der Idee“ hat Jessica weitergeschrieben, vor allem auch in der Pubertät. Mit 17 Jahren kam sie über Poetry Slams und die Literarische Gesellschaft St. Pölten zu kleineren Lesungen. „Es hat sich entwickelt. Sprache, Literatur und das Geschichten erzählen begleiten mich schon mein ganzes Leben.“

„Sprache als eigenständige Melodie“

Die Jungliteratin schreibt derzeit an ihrem Roman „Tschaikowskys Schweigen“. Ein fixes Erscheinungsdatum gibt es noch nicht, erst muss ein Verlag gefunden werden. Für ihr Werk erhielt sie ein Literaturstipendium mit der Begründung, dass sie unter Bedachtnahme auf ihre Jugend eine außergewöhnliche sprachliche Reife zeige, die bereits eine eigenständige Melodie aufweise. Verschiedene Veröffentlichungen von Prosa, Lyrik und Poetry-Slam Texten finden sich in Zeitschriften und Anthogien.

„Feines Gespür“

Während ihres Studiums arbeitete Jessica Lind bei fh-space TV Projekten, wie Donaufestival 2009 oder Klangturm 2009 mit. Ihr Talent blieb dabei nicht unerkannt: fh-space TV Leiter FH-Prof. Mag. Markus Wintersberger über die Preisträgerin: „Jessica hat ein sehr feines Gespür für Sprache und Text und kann diese Fähigkeit auf subtile und eindringliche Weise in den elektronischen Raum überführen. Der Fokus auf den Inhalt und die Bedeutung für Sinnzusammenhänge ist in ihren Arbeiten, die sich mit gegenwärtigen Themenfeldern wie Virtualität und Digitalität auf kritisch reflexive Weise auseinander setzen, besonders ausgeprägt.“

„Geschichten passieren“

Beim Geschichtenschreiben sieht sie sich selbst als „Werkzeug“. „Die Geschichte existiert schon und erzählt sich von selbst, ich bin nur dazu da, sie aufzuschreiben.“ Geschichten passieren einfach, beginnen oft mit einem Bild, welches sie hinterfragt und „weiterspinnt“. Schreibblockaden kennt Jessica, jedoch weiß sie damit umzugehen. „Bei mir funktioniert es, wenn ich mich sprichwörtlich vor das weiße Blatt setze und einfach anfange.“
Inspirieren kann die junge Künstlerin „alles und nichts“, über Vorbilder zu sprechen fällt ihr dabei schwer. Von vielen Menschen liebt sie die Arbeit, wo sie aber versucht, sich nicht all zu sehr beeinflussen zu lassen. „Im Endeffekt muss man wahrscheinlich selber hinter dem stehen können, was man macht. Vorbilder hin oder her.“


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