Sound Design in aktuellen Mainstream-Filmen
Das Gestalten von Klängen und Geräuschen in optimaler Wechselwirkung mit dem BildMichael Schreiber, BSc
01.04.2009
Abstract
„The eye sees better when the sound is great.” - Steven Spielberg
Steven Spielberg, mit Sicherheit einer der erfolgreichsten Regisseure und Produzenten unserer Zeit, liefert mit diesem Statement die Antwort auf die Frage, warum Filme „funktionieren“: eine gut konzipierte und produzierte Tonspur bringt das Gesehene auf die nächst höhere Stufe. Sie regt die Fantasie an und erweckt Emotionen. Sound Design ist auf mehreren Ebenen wichtig für eine gelungene Tonspur und den Erfolg eines Films. Im Zuge dieser wissenschaftlichen Arbeit möchte der Autor die Notwendigkeit und Funktionalität von Sound Design begreifbar machen und anhand von theoretischen Überlegungen und anschließend durchgeführten Modellanalysen Lösungsstrategien für dessen optimale Wechsel-Wirkung mit dem Bild anbieten. Bei folgender Ausführung wird sich der Autor am gegenwärtigen amerikanischen Filmmodell orientieren.
Nach kurzer Einführung über die Entstehung des Sound Designs werden einige wahrnehmungspsychologisch wichtige Indikatoren näher betrachtet. Grundwissen über den menschlichen Sinnesapparat und dessen Reizwahrnehmung ist unerlässliche Voraussetzung für jeden, der an wirksamem Sound Design interessiert ist und somit Bestandteil dieser Untersuchungen. Auch das Bild hat großen Einfluss auf das akustische Design einer Tonspur. Es beeinflusst ihre Wahrnehmung genauso wie sie die Bildwirkung beeinflusst. Aus diesem Grund wird die gegenseitige Wechselwirkung beider Dimensionen näher definiert mit dem Ziel, dem angehenden kreativen Gestalter Richtlinien zu schaffen, die es ihm ermöglichen die Prinzipien einer gelungenen Tongestaltung besser begreifen und umsetzen zu können. Der Kern dieser Arbeit widmet sich verschiedenen Theorien und Ansätzen an eine filmdramaturgisch unterstützende Gestaltung der Tonspur mittels Klängen und Geräuschen. Ferner wird die formale und zeitliche Gestaltung thematisiert, die Gestaltung von akustischer Szenerie im Film, ebenso wie Material-Klang Beziehungen im Kontext Film.
Um Zusammenhänge zwischen anderen Elementen der Tonspur besser verstehen zu können, werden dabei auch Zusammenhänge zur gesamten Produktion einer Tonspur hergestellt. Daran anschließend folgen zwei Analysen zeitgenössischer amerikanischer Filmproduktionen zur Veranschaulichung angeführter Konzepte. Diese werden sich an Michel Chions Modell der audiovisuellen Analyse orientieren.
Ziel der Arbeit soll es sein, einen Überblick über die vielfältige Methodik des Sound Designs zu geben. Sie soll die Wichtigkeit einer bewussten Steuerung der wechselseitigen Beziehung von Bild und Ton unterstreichen und es den Lesern ermöglichen, vergleichbare Konzepte umsetzen zu können.
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