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Filmvertonung mit Pauken & Trompeten

15.03.2010
Für eine Werbefilmvertonung führten Studierende eine aufwendige Orchesteraufnahme durch.

Im Rahmen ihres Masterprojektes mit dem Schwerpunkt Audio/Video produzierten Digitale Medientechnologie (vormals Telekommunikation und Medien)-Studierende einen Werbespot für ein Produkt ihrer Wahl. Als besondere Herauforderung erstellten sie gleich zwei Versionen des Films, jeweils mit einer anderen Tonspur: „Da die erste Variante von der Musik und vom Sounddesign in die modernde Dance bzw. Electro House Richtung geht, entschieden wir uns, einen Stilbruch zu begehen und die zweite Version mit Orchestermusik zu vertonen.“, erzählt Michael Schreiber.

Aufnahmen auf hohem Niveau

Die Musik für die Orchesteraufnahme wurde eigens von Bernd Dormayer komponiert: „Für mich war es die erste wirkliche Scoring Session“, seine bisherigen Kompositionen entstanden „rein aus dem Rechner“. Sein Stück „Just Passion“ wurde von dem sinfonischen Orchester „Klangvereinigung Wien“ unter der Leitung von Gerald Mair eingespielt und mit hohem technischem Aufwand von den Studierenden aufgenommen. Daniel Muck fungierte als Arrangeur, bereitete das Stück für das Orchester auf und erstellte die fertige Partitur. Michael Schreiber, verantwortlich für Erstellung des Ablaufplans, Organisation des Equipment und Instandsetzen eines stabilen Aufnahmesystems für eine große Anzahl an Inputs, über die technischen Vorarbeiten: „Die Audioproduktion umfasste zwei Tage. Am ersten Tag galt es, die Infrastruktur der Audiotechnik aufzubauen und alle Komponenten zu testen. Das  zusammengestellte Setup, welches sich aus einer Protools HD Lösung der Fachhochschule St. Pölten, hochwertigen Audientpreamps von Clipwerk.at und Schöpsmikrofonen des ORF zusammensetzte, stellten analog sowie digital 24 Inputs für diese Surroundproduktion zur Verfügung.“

Mit dem Orchester selbst hatte das Team nur einen Tag Zeit, weshalb es wenig Spielraum gab, Änderungen in der Komposition durchzuführen. Aus diesem Grund erstellte es mittels der VSL Library http://vsl.co.at ein Mockup der Komposition „Just Passion“, welches leichter und schneller als das Original Musikstück geändert werden konnte.

Höchste Konzentration

Um eine genaue Synchronisation der Musik mit dem Schnitt des Werbespots zu ermöglichen, musste das Team dem Dirigenten genaue Tempovorgaben machen. „Während des Einstudierens stellten wir dem Dirigenten und den Musikern einen Clicktrack – also ein Audiosignal, das das Zusammenspiel der Musiker optimiert - über eine Beschallungsanlage zur Verfügung.“ Für die Aufnahme selbst war das natürlich nicht möglich. „In einem solch strikten Zeitraster zu spielen, ohne als Musiker mittels Klick unterstützt zu werden, ist schwierig und erfordert höchste Konzentration. Das Orchester sowie der Dirigent haben diese Aufgabe jedoch grandios gemeistert.“

Die konzentrierte und penible Vorarbeit des Teams ergaben eine exzellente Qualität der Originalaufnahmen. Dies erleichterte die weitere Mischung des Materials, die von Bernd Dormayer und Michael Schreiber übernommen wurde: „Da wir in Hinblick auf die Werbevertonung nach dem Grundsatz „bigger than life“ vorgingen, wurden die fertig abgemischten Originalaufnahmen in der finalen Mischung durch Spuren des VSL-Library Mockups erweitert. Diese heikle Angelegenheit beschränkte sich aber aufgrund der hochwertigen Aufnahmen und der Flexibilität der VSL Library im Wesentlichen auf Editierarbeit."

Ein großer Moment

Eine besondere Erfahrung war für alle Beteiligten die Arbeit mit einem „richtigen“ Orchester: „Was ich persönlich am spannendsten fand, war die Zusammenarbeit mit Gerald Mair und seinen Musikern, die mit ihren Ideen die Komposition noch zusätzlich bereichert haben. Kurz gesagt, es war einfach eine großartige Erfahrung und jede Anstrengung wert“ so das Resumee von Bernd Dormayer. Auch Michael Schreibers Feedback klingt begeistert: „Nach den intensiven und anstrengenden Vorarbeiten war es für mich am Tag der Aufnahme eine große Freude zu sehen, dass die Zusammenarbeit mit dem Orchester so reibungslos funktionierte und Bernd Dormayers eigens komponiertes Stück in dieser Scoring Session von echten Musikern eingespielt wurde. Für das gesamte Team war das ein großer Moment.“

Das Team

Unter dem Namen „Velo“ führten die Studierenden bereits mehrere Projekte durch. Die Studierenden Michael Schreiber, Martin Kerschbaum, Lee Niederkofler, Bernd Dormayer, Georg Wendt, Paul Nachförg und Roland Kalusa wurden durch Studiengangsleiter Digitale Medientechnologien FH-Prof. Dipl.-Ing. Hannes Raffaseder, Dipl.-Ing. Andreas Markus Büchele und Stefan Lainer, BA unterstützt.

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