Zoot Women beim Tricky Woman Festival
Neueste Trickfilmkunst aus der ganzen Welt
Das international bekannte Animationsfilmfestival Tricky Women bringt neueste Trickfilmkunst aus der ganzen Welt nach Wien und feiert fünf Tage lang innovatives Animationsfilmschaffen von Frauen. Das animierte Musikvideo „Memory“ von Mirjam Baker und Mike Kren, beide Studierende im Masterstudiengang Telekommunikation und Medien, läuft ab Freitag im internationalen Wettbewerb des Festivals, ihre Arbeit „Crossword“ im Österreich Panorama.
Frauen und ihr vielfältiges filmisches Schaffen
Frauen sind in vielen Bereichen künstlerischen Schaffens immer noch unterrepräsentiert. Es liegt auf der Hand, dass dies nicht auf einen Mangel an kreativen oder technischen Fertigkeiten zurückzuführen ist.
Wie wichtig es ist, dass Festivals wie „Tricky Woman“ explizit Frauen und ihr vielfältiges filmisches Schaffen in den Fokus nehmen, hat die junge Filmemacherin Mirjam Baker bereits erfahren. Denn vor allem in der medialen Wahrnehmung werden Unterschiede zwischen Frauen und Männern gemacht: „Bei den Interviews hatte ich das Gefühl, dass man mich manchmal vergessen hat, was aber nicht Mikes Schuld war, sondern die der JournalistInnen.“
Mirjam, die gemeinsam mit Mike Kren zwei Videos für die britische Elektropopband Zoot Woman produzierte, findet es unglaublich, dass ihr mit einem Mal so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird: „Ich finde es toll und fühle mich sehr geehrt, dass unsere Arbeit im Wettbewerb gezeigt wird. Auch, dass ich dadurch plötzlich zu den Animationsfilmerinnen in Österreich zähle.“Die Arbeit an einem Musikclip für eine international bekannte Popband stellte das Kreativteam, das unter dem Namen „Cinema Bochén“ schon einige Projekte realisierte, vor große Herausforderungen. Mirjam: „Es hat einfach ständig ziemlich viel Druck auf uns gelastet. Wir wollten auf keinen Fall versagen.“ Eine unbegründete Angst: „Memory“ ist seit Erscheinen bereits in mehreren nationalen und internationalen Wettbewerben prämiert worden: Best Digital Short beim Aniwow!2009 Festival in China, Special Award for Best Animation beim film:riss 2009 und mehrere Preise beim Golden Wire 2009, dem Medienpreis der FH St. Pölten.
Das Video
„Memory“ visualisiert die Erinnerungen eines Mannes, der um seine verlorene Liebe trauert. Sein Blick durch leere Bilderrahmen erweckt vergangene Bilder aus der Zeit mit seiner Freundin in Form von Animationen zum Leben. Diese rotoskopierte Animation, die aus tausenden Einzelbildern besteht, hat Mirjam Baker zusammen mit Lilo Moser - ebenfalls eine Studentin der FH St. Pölten – so gut wie allein gezeichnet: „Die Routine, monatelang jeden Tag zu zeichnen, war teilweise zermürbend. Ich hatte fast immer Schmerzen in meiner Hand und musste deswegen auch öfter für eine paar Tage eine Pause vom Zeichnen machen.“
Doch der nachhaltige Erfolg ihrer Arbeit zeigt dem jungen Team, dass sich die Mühen gelohnt haben es auf dem richtigen Weg ist: „Bis vor kurzem hätte ich mir nicht gedacht, dass das alles so schnell geht. Es sagt mir, dass wir unsere Arbeit gut gemacht haben und dass es sich lohnt, weiter zu machen“.


