Erlebnis „Valcamonica“
Studierende der Spezialisierung „Angewandte Medientechnik“ des Masterstudiengangs Digitale Medientechnologien entwickeln für Museen über die Dauer von drei Semestern, ein Spiel für die Zielgruppe von Kindern ab 10 Jahren. Das Spiel soll die Lebenswelt der prähistorischen BewohnerInnen des Valcamonica anhand Ihrer „Rock Art“ (Felsbildkunst) spielerisch erklären.
Betreut wird das Projekt von FH-Prof. Dipl.-Ing. Markus Seidl und Dipl.-Ing. Dr. Peter Judmaier. Bindeglied zur Archäologie und Berater bei der Projektentwicklung ist Dr. Frederick Baker, der seitens der FH das gesamte „Prehistoric Picture Project“ betreut und die Studierenden bei ihrer Exkursion begleitet und unterstützt hat.
Faszination „Pitoti“
Am 6. März fuhren die Studierenden Martin Grubinger, Christoph Weis, Georg Seidl, Ursula Egger und Nadine Jax nach Italien in ein Bergdorf der Lombardei (Capo di Ponte) mit dem Ziel, die Konzeption des Spiels abzuschließen und die benötigten Bildmaterialien zu fotografieren. Sie verbrachten die fünf Tage damit, das „Tal der Steinkunst“ zu erkunden, und sich von den „Pitoti“ - die Piktogramme, die ab 6000 v. Chr. in Stein gemeißelt wurden - inspirieren und die Erlebnisse in ihre Arbeit einfließen zu lassen.
Um die Piktogramme aufs Neue erstrahlen zu lassen, wurden Fotos mit einer mobilen Blitzanlage aufgenommen, welche beeindruckende Fotos der alten Kunst lieferte. Die Abende verbrachten die Studierenden damit, sich mit Archäologen und Forschern, wie Prof. Christopher Chippindale (Archäologe an der Universität Cambridge), über die Theorien des Zustandekommens der Steinkunst auszutauschen und besprachen bei italienischen Spezialitäten den aktuellen Projektstand.
Die Faszination der Pitoti ließ die Studierenden jeden Morgen früh erwachen, um die nächsten Kunstwerke des Tals zu entdecken und abzulichten. „Für uns Studierende war die Exkursion nach Italien und die Reise in das "Pitoti-Land" ein großer Erfolg, da wir durch die gemeinsamen Tage unseren Teamgeist stärken konnten, aber auch weil wir großartige Fotos nach Hause bringen konnten. Mit dem gesammelten Material und den Erkenntnissen wird es nun besser möglich sein, den BenutzerInnen des Multitouch-Spiels die Faszination an den Pitoti vermitteln“, so Nadine Jax.
Prehistoric Picture Project
Das Kino wurde Ende des 19. Jahrhunderts erfunden. Die ursprüngliche Idee des Kinoerlebnisses, nämlich eine Geschichte visuell und auditiv zu vermitteln, scheint jedoch viel älter zu sein. Dessen Erfindung dürfte bis in die Kupferzeit zurückreichen. Genau das will das innovative "Prehistoric Picture Project" der FH St. Pölten, der Universität Cambridge und der Bauhaus Universität Weimar mit außergewöhnlichen Methoden beweisen.
Links:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,703756,00.html
http://news.discovery.com/archaeology/prehistoric-rock-art-engravings.html
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