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TV ist immer im Umbruch: Vier Jahre Ausbildungsfernsehen c-tv

12.05.2011
c-tv, das Ausbildungs- und Campusfernsehen der FH St. Pölten, beging seinen vierten Jahrestag seit Sendestart mit der jährlichen Konferenz „Arbeiten für das Fernsehen 2011“.

Die Konferenz richtet ihren Fokus auf die Auseinandersetzung mit aktuellen Arbeits- und Handlungsfeldern rund um die Bewegtbildproduktion für Online und TV und wurde als Live Studiosendung konzipiert und auf OKTO übertragen.

„Für das Fernsehen zu arbeiten hat viele Gesichter. Fernsehen ist immer im Umbruch“, so die Leiterin der Konferenz, Rosa von Suess, die gemeinsam mit dem Regisseur und Autor Dr. Frederick Baker (Key Researcher IMP), durch die Sendung führte. „So entstehen gerade derzeit auch neue Berufsbilder, die einer näheren Betrachtung bedürfen – dennoch: vieles bleibt wie gehabt.“

rosa_fred_c-tv.gifIn Ihrer Einführung gab Rosa von Suess einen Überblick über aktuelle Schlagzeilen um TV und Medien: die royale Hochzeit als großes TV Spektakel ohne 3D; die Pläne der Googletochter YouTube für TV und die Investitionen des selben Konzerns in den größten Windpark weltweit waren ebenso Thema wie aktuelle Berichte über die Gewinne mit dem sogenannten Unterschichtenfernsehen “Saufen für die Quote”.

Die Vielfältigkeit der Tätigkeitsfelder im Fernsehbereich spiegelte sich wider in den vielfältigen Professionen der Vortragenden:
Vivien Bronner, Dramaturgin und Gestalterin für Doku-Formate, veranschaulichte die Notwendigkeit der Storyline mit interessanten Einblicken in die Schnittdramaturgie am Beispiel der Reality Doku "Notaufnahme". „Inhalte, die nicht bildlich genug sind und Inhalte, die ein Mensch von sich nicht Preis geben möchte,“ definiert sie als Grenzen des Zeigbaren.

haslauerLucia Haslauer, zuständig für Formatentwicklung Online beim ZDF in Mainz, berichtete über ihre Arbeitserfahrung in crossmedialen Entwicklungsabteilungen zweier öffentlich-rechtlicher Sender. Gerade ist das aktuelle Projekt “Mashups” onlie gegangen, das sich in selbstironischer Form mit ZDF-Sendungen befasst.

Thomas Bräuniger, Szenbildner bei Grundy UFA, thematisierte in seinem Vortrag neue Workflows durch HD-Technologie bei seriellen fiktionalen Fernsehformaten wie Soaps und Telenovas. Kameras werden kleiner, kommen näher an die Sets heran. Dadurch wird es möglich, auf Sets und Bauten zu verzichten und in realen Räumen und Wohnungen zu drehen. Materialien und Farben sind hier anders als bisher zu bewerten: Bunte und grelle Farben z. B. könnten in HD schnell billig wirken.

Alexander Schaefer und Josef Kluger veranschaulichten dem Publikum anhand eines Konzerts von Fanta 4, wie 3D-Live Übertragungen in Kinos funktionieren.  Schaefer, technischer Leiter des Mitteldeutschen Multimediazentrums Halle und Kluger, Regisseur und Produzent von KUK Filmproduktion, sehen in Live 3D ein „Investment mit sehr gutem Benefit für die TV-Zukunft“.

bambergerSounddesigner Bernhard Bamberger demonstrierte Effekte des Schnitts anhand der österreichischen Erfolgskrimiserie „Schnell ermittelt“ und richtete sich mit folgendem Credo an das Publikum im Studio der FH sowie Live vor den Bildschirmen: „Das beste Sounddesign gelingt dann, wenn es als solches nicht erkennbar ist.“

Reibungsloser Ablauf der TV Sendung

Für die technische Abwicklung der sechsstündigen Live-TV Sendung war ein studentisches Team unter der Leitung der FH Dozenten Lars Oertel, Rosa von Suess und Markus Goetsch verantwortlich. Studentin und c-tv Chefin von Dienst, Samira Ghahremani, über die Besonderheit des Ausbildungs- und Campusfernsehen der FH St. Pölten: „c-tv ist wie ein Labor, in dem experimentelles TV möglich ist und umgesetzt werden kann.“

studisLars Oertel, der die Studierenden wesentlich bei der technischen Umsetzung der Live-Sendung unterstütze, sieht in der c-tv-Konferenz nicht nur für die TeilnehmerInnen ein Highlight. Einen entscheidenden Anteil an der Qualität der Konferenz hat die Arbeit der Studierenden, die im Rahmen der Lehrveranstaltung TV-Produktion im 4. Bachelorsemester dieses Event bereits lang im Voraus zu planen begonnen haben. Die Vorarbeit beinhaltet die Ablaufplanung, das Bühnendesign, die Erstellung von Trailern sowie die technische Konzeption wie auch das Werben von Sponsoren: Die Sendung wurde von Wihast Studierendenwohnheime, Kabelsignal, Ulliko und XXX Lutz St.Pölten unterstützt.

Präsentation von 3D Inhalten

Die gesamten Abläufe der TV Sendung wurden im Vorfeld gewissenhaft geprobt, so dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne gehen konnte. Eine Besonderheit der Veranstaltung war die Präsentation von 3D-Inhalten, welche synchron als 2D-Content von den Zuschauern in Wien und im Internet verfolgt werden konnten. Lars Oertels Resumee: „Die Studierenden haben die Meßlatte bei Live-Produktionen an der FH-St Pölten ein großes Stück höher gelegt. Dies kann nur ein Ansporn für weitere Events sein.“

Über c-tv

c-tv steht für das Ausbildungsfernsehen der Fachhochschule St. Pölten am Institut für Medienproduktion. Die Beiträge werden durch Studierende in den TV Modulen der Studiengängen Medientechnik und Digitale Medienproduktion produziert und auf OKTO, ORF alpha und TW1 ausgestrahlt.

www.campusfernsehen.at

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