Generative Music for Media Applications
Dipl.-Ing. Julian Rubisch01.01.2009
Abstract
Das Auffinden oder Komponieren von passender Medienmusik stellt für Medienproduzenten oftmals eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Vor allem Low-Budget-Produktionen, wie etwa Image-Videos, Präsentationen von KMUs, regionalen TV-Sendungen sowie interaktiven Medienanwendungen wie z.B. Computerspielen fehlt es oft an Know-How und/oder Ressourcen, um adäquate Medienmusik speziell für das jeweilige Produkt komponieren zu lassen. Aus diesem Grund wird oft auf lizenzfreie Musikbibliotheken zurückgegriffen, was meist zu klischeehaften Tonspuren mit geringem Qualitätsanspruch sowie Wiedererkennungswert führt. Daraus ergibt sich die thematische und wirtschaftliche Notwendigkeit der Entwicklung eines Tools, das die automatisierte Generierung von Medienmusik ermöglicht, und in der Lage ist, musikalisch interessante, abwechslungsreiche, und dennoch lizenzfreie Tonspuren hervorzubringen. Die vorliegende Diplomarbeit untersucht deshalb Funktionen, Wirkungen und mögliche Kategorisierungen von Medienmusik.
Weiters werden emotionale Funktionen von Medienmusik genauer analysiert, sowie ein Modell der musikalischen Repräsentation von Emotionen oder Gefühlszuständen, welches auf Russells Circumplex Model of Affects und modernsten Forschungsergebnissen zu dieser Thematik basiert, vorgestellt. In der zweiten Hälfte dieser Arbeit werden geeignete Algorithmen zur automatisierten Komposition von Musik betrachtet. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Eingabeparameter dieser Algorithmen, und deren Verwendbarkeit in Hinblick auf die musikalischen Parameter des zuvor vorgestellten emotionalen Modells gelegt. Des weiteren wird unter Verwendung der am geeignetsten erscheinenden Algorithmen eine prototypische Applikation in Max/MSP entwickelt, deren User Interface auf dem Circumplex Model of Affects basiert, und dadurch stufenlose Übergänge zwischen unterschiedlichen durch Musik ausgedrückten Gefühlszustäanden erlaubt.
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