Masterstudierende in der Medienhauptstadt München
Was hat Controlling mit Philosophie zu tun?
Zu Beginn standen Vertiefung des bereits erlangten Wissens und grundlegende Fragen des Controlling auf dem Programm. Dr. Max Schlereth ging mit den Studierenden der Frage nach den systemtheoretischen Rahmenbedingungen und dem damit verbundenen philosophischen Kontext von Controllingtheorien nach:
- Wie bildet man ein Unternehmen in Zahlen ab?
- Was ist die Unternehmenswirklichkeit, die abgebildet werden soll und ist diese überhaupt abbildbar?
- Und ist das, was abgebildet wird, die Wirklichkeit oder nur eine von vielen?
Dabei wurde gezeigt, dass die jeweils gewählte Messmethode selbst eine eigene Wirklichkeit schafft und jede Messung den Gegenstand an sich verändert – auch beim Controlling von Unternehmen.
Zu Gast beim Burda-Verlag
Am nächsten Tag konnten die Studierenden einen exklusiven Blick in eines der wichtigsten Medienunternehmen Deutschlags machen – den Burda-Verlag. Henning Ecker, Geschäftsführer der Burda-Style-Group und Verlagsleiter Olaf Holzhäuser sprachen über Controlling in Medienhäusern und standen den Studierenden zu aktuellen Herausforderungen in der Printbranche Frage und Antwort:
Ständige Überlegungen und vorausschauende Planung sind in Zeiten des Mediennutzungswandels von großer Bedeutung und zeigen sich im Burda Verlag in verschiedenen Ansätzen. Eine starke Ausdifferenzierung der verschiedenen Produkte auf die Zielgruppen, verschiedene Webstrategien und Medienformate werden strategisch vorausberechnet und geplant, wobei ein wesentlicher Aspekt die monetäre Planung darstellt. Seine Vorreiterrolle beweist der Burda-Verlag zudem über eine eigene Innovationsabteilung die organisatorisch in den Verlag eingebunden ist.
Changemanagement: State of the art
Wie kann man den möglichen Erfolg von Change Prozessen planen und steuern – also „controllen“?
Dazu wurde Markus Plischke von „Project Management & Partners“ als Experte zum Thema Changemanagement eingeladen. Er stellte ein innovatives Messtool für Change Prozesse vor, den sogenannten „Change Explorer“. Das Besondere an diesem Tool ist, dass die subjektive Welt der Betroffenen in den Prozess miteinbezogen wird und Teil der Evaluierung ist.

Scheitern oder Gelingen von Change-Prozessen hängen nicht unwesentlich von der Partizipation der Beteiligten ab, und deshalb werden diese vorab in Workshops zu den möglichen Veränderungen, ihren Bedenken und Aussichten befragt. Dieses Klären von möglichen Unsicherheiten beeinflusst den Erfolg und beweist somit, dass eine „Messungsart“ das Gesamtergebnis beeinflussen kann.
Am letzten Tag standen Präsentationen der Studierenden über u. a. über prozessorientiertes Controlling, Zielsysteme in Medien, Publishing Value Delvelopment-Scorecard und Content-Controlling auf dem Programm.
Die angehenden MedienmanagerInnen konnten viel neues Wissen und aktuelle Trends der Medienbranche aus München mitnehmen und sind somit bestens für das im nächsten Semester stattfindende Forschungslabor „Controlling und Medien“ gerüstet.
<< Zurück

