Diabetescoach

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Elektronischer Berater für den Lebensmitteleinkauf von SeniorInnen mit Diabetes mellitus Typ 2

Diabetescoach

Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt sich europaweit zu einem zunehmenden Gesundheitsproblem. Ein wesentlicher Ansatzpunkt in der Therapie ist eine diabetesgerechte Ernährung.

Eine diabetesgerechte, gesunde Ernährung beginnt bereits beim Einkauf. Lebensmittel, die gekauft wurden, werden üblicherweise auch gegessen. Doch trotz angebotener Ernährungsschulungen sind Betroffene bei der Auswahl geeigneter Lebensmittel im Kaufhaus letztlich auf sich gestellt.

Hier setzt das institutsübergreifende Projekt zwischen IT-Sicherheitsforschung, Gesundheitswissenschaften und Sozialer Inklusionsforschung an. Ziel dieses interdisziplinären Projektes ist die Entwicklung eines elektronischen Lebensmittel-Einkaufsberaters für SeniorInnen mit Diabetes mellitus Typ 2. Im Gegensatz zu den gängigen Modellen am Markt wird dieser sogenannte Diabetescoach direkt im Geschäft beraten und günstige Einkaufsentscheidungen vorschlagen. Der Fokus liegt auf der Anzeige von empfehlenswerten Alternativprodukten, der seniorInnengerechten Anwenderfreundlichkeit und der Flexibilität in Bezug auf das Produktangebot.

Beratung direkt im Geschäft

Die Einkaufshilfe besteht aus einem Bildschirm (Tablet) und einem Scanner. KonsumentInnen halten ein Produkt mit dem Barcode unter den Scanner, der Barcode wird vom Gerät eingelesen und eine Bewertung des Produktes wird leicht verständlich angezeigt. Die technische Konzeption und Umsetzung des elektronischen Ernährungsberaters erfolgt durch das Institut für IT-Sicherheitsforschung der FH St. Pölten, das auch die Gesamtprojektleitung innehat, gemeinsam mit Partner BRAINCON Handels-GmbH.

Im Projekt wird eine Lebensmittel-Datenbank aufgebaut, es werden ethische und soziale Aspekte durch Einbezug der Zielgruppe in die Entwicklung behandelt, und es erfolgt das Hard- und Softwaredesign für den Diabetes-Terminal inkl. Integritäts- und Datenschutz. Der Prototyp wird in einem Feldversuch im SPAR-Markt Lilienfeld getestet.

Nahrungsmitteldatenbank

Um die Therapie zu optimieren, hat sich besonders in der Behandlung von DiabetikerInnen das Interesse an Selbstmanagement oder Empowerment stark weiterentwickelt. Es geht um Adhärenz, d.h. die aktive und bewusste Entscheidung der Betroffenen für Maßnahmen, die ihrer Gesundheit dienen. Dies umfasst auch bewusste Entscheidungen bei der Lebensmittelauswahl.

Gerade am Point of Sale sind Betroffene unsicher und auf sich alleine gestellt. Wenn es schon gelingt, DiabetikerInnen zu einer Verhaltensveränderung zu motivieren, ist es langfristig unerlässlich, sich mit der Verbesserung der (Einkaufs-)Verhältnisse zu beschäftigen und die benötigten Informationen leicht zugänglich und verständlich vor Ort anzubieten.

Der Fachbereich Diätologie des Instituts für Gesundheitswissenschaften ist im Projekt verantwortlich für die diätologisch-wissenschaftlichen Aspekte der Umsetzung. Erforscht wird der Aufbau einer validen und reliablen Datenbank zur Beurteilung von Lebensmitteln. Die entwickelten Algorithmen sollen in der Folge eine Teilautomatisierung der Wartung ermöglichen. Relevante Parameter sind der Gehalt an Energie, Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker und Ballaststoffen. Die Analyse erfolgt innerhalb von Produktclustern und dient einer fundierten Bewertung, woraus Einkaufsempfehlungen für die NutzerInnen abgeleitet werden. Bei wenig empfehlenswert eingestuften Produkten werden ernährungsphysiologisch günstigere Alternativprodukte aus demselben Cluster vorgeschlagen.

Akzeptanzanalyse

Das Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung führt über den gesamten Projektverlauf, beginnend bei der Konzeptionierung bis hin zur Umsetzung des Projektes, projektbegleitende Analysen der Akzeptanz aller nutzerInnenrelevanten Entwicklungsschritte durch. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Bedürfnisse von SeniorInnen und deren Angehörigen, die diesen elektronischen Berater später nutzen sollen, adäquat berücksichtigt werden.

Zum Projekt

Das Projekt wird an der Fachhochschule St. Pölten in Zusammenarbeit des Instituts für IT-Sicherheitsforschung (wissenschaftlich-technische Konzeption und Umsetzung, Gesamtprojektleitung), dem Institut für Gesundheitswissenschaften (diätologisch-wissenschaftliche Aspekte der Umsetzung) und dem Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung (sozialwissenschaftliche Begleitung) durchgeführt. Das Projekt wird von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen der Programmschiene Benefit durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert.