EntKuRo

#Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung #Nationale Drittmittel #Nationales Kooperationsprojekt

Automatisierter Entkupplungsprozess für Verschiebebahnhöfe

Seit vielen Jahrzehnten gibt es leider ergebnislose Bemühungen der europäischen Bahnen, die historisch gewachsene Schraubenkupplung zur Verbindung der einzelnen Wagen durch moderne und leichter handhabbare Kupplungen (z. B. Mittelpufferkupplung, Z-AK) zu ersetzen. In Verschiebebahnhöfen des Güterverkehrs sind erhebliche Personalressourcen beim Trennen und Verbinden der Kupplungen gebunden und es handelt sich um eine körperlich sehr schwere und teilweise gefährliche Arbeit. Im Rahmen der Sondierungsstudie „BaKuRo“ wurde untersucht, ob mit den heute zur Verfügung stehenden Technologien eine Automatisierung der Prozesse beim An- und Entkuppeln möglich ist. Die bisherigen Ergebnisse der Studie lassen eine erfolgreiche Entwicklung für den Entkupplungsprozess erwarten. In den meisten Verschiebebahnhöfen besteht der Entkupplungsprozess aus zwei Schritten. Im ersten Schritt wird die Bremsleitung getrennt und die Kupplung aufgeschraubt. Dieser Teil erfolgt im Stillstand und wird auch als „Langmachen“ bezeichnet. Der zweite Teil besteht im Aushängen der Kupplung. Dies erfolgt während der Fahrt zum Rollberg.

Ziele des Projektes „EntKuRo“

  • die Entwicklung eines Demonstrators für das Langmachen mit Tests an einem Mockup im Labor und nach Möglichkeit an realen Wagen, sowie
  • die Entwicklung eines Demonstrators für das eigentliche Entkuppeln. Dieser Demonstrator soll in einer erweiterten Laborumgebung an einem echten Abrollberg im Verschiebebahnhof Linz aufgebaut und getestet werden. Ein reiner Test im Labor ist wegen der notwendigen Bewegung der Züge wenig aussagekräftig.

Ergänzt werden diese beiden Ziele durch begleitende Forschungen in den Bereichen Arbeitnehmerschutz, Life Cycle Management und betriebliche Auswirkungen. Die anzuwendenden Methoden zur Zielerreichung sind wissenschaftlich ingenieursmäßige Methoden der mechanischen Konstruktion und Simulation, wobei die bahntechnischen Erfahrungen der Konsortialpartner einfließen werden. Die Entwicklung der notwendigen und für den Erfolg sehr entscheidenden Sensorik erfolgt auf Basis der Erfahrungen mit autonomen Systemen. Die Algorithmen werden den speziellen Anforderungen dieser bahntechnischen Anwendung angepasst. Es wird besonders auf eine Systemarchitektur und eine systematische Softwareentwicklung Wert gelegt, die die hohen Anforderungen zur Zuverlässigkeit im Bahnbereich auch schon bei einem Demonstrator erfüllen können.

Für den Bereich der Begleitforschung werden umfassende Analysen der wirtschaftlichen, personellen und arbeitsschutzrechtlichen Umstände erarbeitet.