Intergenerationelles betreutes Wohnen

#Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung #Auftragsforschung

Innerhalb dieses Projekts wurde der Bedarf an Betreuungs-, Unterstützungs- und Koordinierungsleistungen für ein intergenerationelles Wohnprojekt untersucht.

Projektziel

In einer von der SERVICE MENSCH GmbH/Volkshilfe NÖ und der BWS (Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft) geplanten Wohnhausanlage sollen nach dem Prinzip „Intergenerationelles betreutes Wohnen“ SeniorInnen mit Betreuungsbedarf und jüngere Personen (z. B. Studierende, junge Familien) zusammen leben. Im Rahmen eines Forschungsprojekts ermittelte das Ilse Arlt Institut im Auftrag der beiden Kooperationspartner die dafür notwendigen Betreuungs-, Unterstützungs- und Koordinierungsleistungen. Dabei galt es unter anderem zu erheben, in welchem Ausmaß eine wechselseitige nachbarschaftliche Unterstützung der Generationen möglich ist und welche Unterstützungs-, Betreuungs- und Koordinierungsleistungen von der Volkshilfe als professionelle Dienstleistungsangebote übernommen werden sollen.

Fragestellungen

Unter Anwendung partizipativer Forschungsmethoden wurden sowohl gemeinsam mit am Wohnprojekt Interessierten als auch ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen folgende Inhalte ermittelt: vorhandene Bedürfnisse, Fragen zu Art, Umfang und Organisation der notwendigen wechselseitigen Unterstützungsleistungen sowie die Akzeptanz der jeweils anderen Zielgruppe. Um die Vernetzung nachbarschaftlicher und professioneller Unterstützungsleistungen gut planen zu können, wurde dabei auch nach jenen Strukturen, Ressourcen und Kompetenzen gefragt, die innerhalb eines derartigen Projekts eine hohe qualitative Zusammenarbeit gewährleisten und auf welche Weise potentielle BewohnerInnen unterschiedlichen Alters bestmöglich in weitere Planungsschritte des Projekts eingebunden werden können.

Durchführung des Projekts

Zentrale Fragestellungen wurden im Rahmen eines partizipativen Forschungsprozesses auf Basis vorhandener Theorien der Inklusionsforschung des kooperativen Zusammenlebens gemeinsam mit konkreten InteressentInnen im Rahmen einer Zukunftswerkstatt erarbeitet. Die daraus gewonnenen Ergebnisse wurden im Zuge von ExpertInnen-Diskussionen mit TeilnehmerInnen aus den Bereichen kooperativer Wohnbau, Pflege und Gemeinwesenarbeit weiter entwickelt. Zusätzlich wurden Best Practice Beispiele aus dem In- und Ausland einer kritischen Revision im Hinblick auf die für das Projekt relevanten Aspekte unterzogen.

Ergebnisse

Zu den zentralen Ergebnissen des Projekts zählen zum einen die Bedeutung der Beachtung notwendiger baulicher Voraussetzungen für gelingendes intergenerationelles Wohnen (Begegnungsorte, Gemeinschaftsräume, passende Größe der Wohnungen des Gesamtprojekts) und ein zentraler Fokus auf Haltung und Beteiligung der (potentiellen) BewohnerInnen (gründliches Auswahlverfahren, Investition in professionelle Prozess-Begleitung, Aufbau von BewohnerInnen-Vertretungs-Strukturen).
Sehr klar bestätigte sich auch die Notwendigkeit professioneller Angebote im Bereich der Pflege sowie rund um Koordination und Kommunikation des nachbarschaftlichen Miteinanders, vor allem in der Phase der Planung und Besiedelung eines derartigen Projekts. Ebenso zeigte sich, dass klare Kriterien und Konzepte für die Abgrenzung bzw. das Zueinander professioneller und nachbarschaftlicher Angebote nötig sind. Als ausschlaggebend für das Gelingen eines derartigen Projekts wurde zudem die verstärkte Sichtbarmachung der Attraktivität und des Vorteiles für junge BewohnerInnen ausgewiesen.