Klänge der Regionen

#Institut für Creative\Media/Technologies #Auftragsforschung

Im Rahmen des Projektes wird die akustische Umwelt in unterschiedlichen Regionen des Landes Niederösterreichs archiviert und erforscht.

  • Projektleitung:
    FH-Prof. Dipl.-Ing. Hannes Raffaseder
  • Externe MitarbeiterInnen:
    Drechsler Astrid
  • PartnerInnen:
    Amt der niederösterreichschen Landesregierung
    Abteilung Kunst und Kultur
  • Finanzierung:
    Auftrag
  • Laufzeit:
    01.04.201228.02.2014
  • Kategorie:
    Auftragsforschung
  • Projektstatus:
    abgeschlossen

Akustische Ereignisse, also Klänge, Geräusche, Sprache und Musik, sind seit jeher wichtige Träger menschlicher Kultur. Während visuelle Sinneseindrücke bzw. Bilder statische Objekte repräsentieren, die sich in ihrer ursprünglichen Form einfach speichern, archivieren, analysieren und ausstellen lassen, sind akustische Ereignisse grundsätzlich flüchtig. Sie repräsentieren immer einen dynamischen Prozess mit definiertem zeitlichen Verlauf, Anfang und Ende. Klang ist Ausdruck von Veränderung und Bewegung. Nur in einer völlig statischen und somit leblosen Umgebung herrscht „Totenstille“.

Die Aussage „Klang ist Leben!“ des Sounddesigners Friedrich Blutner beweist in diesem Zusammenhang ihre Gültigkeit.

Akustische Darstellung der Gesellschaft

Gerade das Dynamische, Prozesshafte drückt sich eher in akustischen als in visuellen Phänomenen aus, daher wären akustische Ereignisse gerade in unserer Zeit einer globalisierten, sich immer rascher verändernden Gesellschaft bestens geeignet, kulturelle Identitäten zu dokumentieren, analysieren und in geeigneter Form zu (re)präsentieren.

Dass akustische Ereignisse bisher dennoch nur in vergleichsweise geringem Ausmaß in wissenschaftlich strukturierter Form gespeichert, nach verschiedensten akustischen, kulturwissenschaftlichen, soziologischen, historischen etc. Kriterien analysiert, kategorisiert und der Gesellschaft in geeigneter Weise wieder zugänglich gemacht werden, hängt vor allem mit der Tatsache zusammen, dass Schallspeicherung bis vor rund 135 Jahren völlig undurchführbar war und erst seit wenigen Jahrzehnten in ansprechender Qualität zu überschaubaren Kosten technisch möglich ist.

Zielsetzung des Projektes

Ziel des Projekts „Klänge der Regionen“ ist die Ausarbeitung detaillierter Konzepte für eine strukturierte Dokumentation, Archivierung und Erforschung der akustischen Umwelt in den verschiedenen Regionen des Landes Niederösterreich.

Des Weiteren sollen mediale Repräsentationen konzipiert werden, welche die dokumentierten akustischen Ereignisse und die im Zuge der Forschungsarbeiten gewonnenen Erkenntnisse möglichst vielen Bevölkerungsgruppen zugänglich machen.

Innovative, interaktive und pädagogische Ansätze

Die Darstellung des aktuellen Forschungsstandes wird am neuesten Stand der Technik erfolgen und innovative, interaktive Methoden sowie pädagogische Ansätze mit einbeziehen. Diese soll einerseits für den Klangturm St. Pölten konzipiert werden und andererseits Möglichkeiten aktueller Kommunikations- und Medientechnologien etwa für eine geeignete Darstellung im Internet berücksichtigen.

Verschiedenen Bevölkerungsgruppen wird mit diesem Projekt nicht nur die Möglichkeit gegeben, sich über die Forschungsergebnisse zu informieren, sondern sie werden auch aktiv in die Forschungsarbeiten eingebunden. Dies wird zum Beispiel durch Workshops, Interviews oder Mitwirkung bei der Dokumentation der Klänge durch sogenannte Field-Recordings erfolgen.

Ein weiteres Ziel ist die qualitative Recherche von bestehenden Richtlinien für einen bewussten Umgang mit der akustischen Umwelt sowie für und eine akustische Kriterien berücksichtigende Raum- und Landschaftsplanung. Diese werden in Folge für die spezifischen Besonderheiten der Regionen Niederösterreichs adaptiert.