LehrerInnen als Gesundheitsmultiplikatoren: Gesundheitsvorsorge und Prävention in der Schule

#Institut für Gesundheitswissenschaften #Physiotherapie (BA) #Nationales Kooperationsprojekt

Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule stellt eine immer wichtiger werdende Säule im österreichischen und europäischen Gesundheitswesen dar. Die große Bedeutung von Gesundheitsförderung und Prävention zeigt sich auch verstärkt durch die Deklaration in der Ottawa – Charta der Weltgesundheitsorganisation. Auch in der Physiotherapie wird der gesundheitsfördernde und präventive Ansatz immer wichtiger, was sich in der internationalen Literatur und auch in der Definition des Berufsbildes und der Berufsrolle selbst erkennen lässt.

  • Projektleitung:
  • PartnerInnen:
    Alle St. Pöltner Hauptschulen bzw. Mittelschulen
  • Laufzeit:
    01.01.200931.12.2012
  • Kategorie:
    Nationales Kooperationsprojekt
  • Projektstatus:
    abgeschlossen

Betrachtet man Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramme in der Schule, wird die Lehrkraft als „gesundes und aktives Vorbild“ meist vernachlässigt, obwohl die gesunde LehrerIn einen wesentlichen Leistungsfaktor in unserem Schulsystem darstellt. Sowohl national als auch international, lassen sich aber Vermutungen hinsichtlich einer äußerst belasteten Berufsgruppe anstellen. Aus der belastenden Situation als Lehrkraft lässt sich ein erhebliches öffentliches Interesse für gesundheitsfördernde Maßnahmen im Bereich der Lehrkräfte ableiten, wo Lehrende doch in enger Beziehung mit SchülerInnen und Eltern stehen und somit als MultiplikatorInnen für die Gesellschaft gesehen werden können.

Zielsetzung

Das hier vorliegende Projekt versucht durch eine Integration von Gesundheitsförderung und Prävention am LehrerInnen-Arbeitsplatz, die Situation von Lehrkräften zu verbessern. Dabei stehen ressourcenorientierte Maßnahmen wie

  • Haltungs- und Bewegungsschulung,
  • Therapeutische Übungen,
  • Körperwahrnehmungs- und Körpererfahrungsschulungen,
  • Ergonomische Beratung sowie
  • Wissens-, Informations- und Strategienvermittlung 

zur Umsetzung im Alltag, in der Freizeit und am Arbeitsplatz im Vordergrund. Durch diese Maßnahmen sollen die Belastungen am Arbeitsplatz reduziert und langfristige Verbesserungen im Gesundheitszustand der Lehrkräfte erzielt werden.

Da es weder in der gegenwärtigen Literatur noch in der Praxis vergleichbare Ansätze gibt, ist das Ziel dieses wissenschaftsgeleiteten Projekts zu überprüfen, ob eine Integration von Gesundheitsförderung und Prävention, herbeigeführt durch eine Veränderung der Arbeitsstrukturen und durch eine Veränderung am Individuum, eine Verbesserung des Gesundheitszustandes von Lehrkräften bewirken kann. Diese Studie findet in Kooperation mit dem Institut für Gesundheitswissenschaften und allen Hauptschulen und Mittelschulen in St. Pölten statt.

Methoden

Die präventive Physiotherapie wird in den Schulen durch eine/n betreuende/n Physiotherapeuten/in ein Semester lang durchgeführt und sechs Mal pro Semester für 30 Minuten pro Lehrkraft angeboten. Zusätzlich finden an den Schulen Vorträge zum Thema Gesundheit statt.

Die Hauptparameter, welche in dieser Studie zur Evaluation herangezogen werden, sind der Subjektive Gesundheitszustand, das Burnout Risiko und das Verhalten und Erleben am Arbeitsplatz. Die Erhebung dieser Parameter zu Beginn und nach Abschluss der Studie erlauben einen Prae-Postvergleich im Gesundheitszustand der teilnehmenden Lehrkräfte und damit Rückschluss auf die nachhaltige, positive Wirkung des zu untersuchenden gesundheitsförderenden und ressourcenorientierten Ansatzes.