LICORNE- Lebenszykluskosten im Schienenverkehr

#Projekte #Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung #Nationale Drittmittel #Internationales Kooperationsprojekt

An Integrated Platform for Life Cycle Costing in the Rail Environment - Das Sondierungsprojekt LICORNE fördert die internationale Vernetzung zur Lebenszykluskostenrechnungen im Schienenverkehr.

Der Lebenszyklus von Eisenbahnsystemen

Die Kostenmanagementmethode Life Cycle Costing (LCC) hat besonders in den letzten Jahren in Verkehrs-, Infrastruktur- und Eisenbahnunternehmen eine zentrale Rolle eingenommen. Dabei werden Anschaffungs- und Instandhaltungskosten abgewogen um ein optimales Kostenverhältnis zu erreichen.
Für einen routinierten Ablauf derartiger Prozesse benötigt es eine ausführliche Menge an Daten, bei geringer Datenlage hingegen gestalten sich derartige Berechnungen noch schwierig.

Öffentlicher Verkehr in Schwellen- und Entwicklungsländern

Konkret ist das in Schwellen- und Entwicklungsländern der Fall. Dort kommt zwar öffentlichen Verkehrssystemen eine ganz besondere Bedeutung zu, den jeweiligen Unternehmen – meist noch in staatlicher Hand – fehlen aber dementsprechende Datenbanken oder Messsysteme. Bisher werden Investition rein nach deren Initialwert getätigt, nicht aber bezüglich Instandhaltungskosten über den gesamten Lebenszyklus bewertet. Ein vorhergehendes Projekt von MC Mobility Consultants in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Schienenpersonenverkehrsunternehmen Südafrikas (PRASA) verortet deswegen ein enormes Anwendungspotential für LCC.

Internationale Durchführung und Kooperation

Im Sondierungsprojekt LICORNE werden nun in Kooperation mit MC, PRASA und der Universität Stellenbosch Herausforderungen und Lösungen in Bezug auf eine integrierte LCC Plattform bei unzureichender Datenlage eruiert. Untersucht wird, welche Plattformen für Datenaustausch und LCC vorhanden sind, wie adäquat diese für die Anwendung in Ländern wie Südafrika sind und welchen Einfluss staatliche Entscheidungen auf die Modellierbarkeit von LCC haben.

Mithilfe von Workshops in Südafrika zu Beginn, Mitte und Ende der Projektlaufzeit werden unterschiedliche Andwendungsfälle und relevante Disziplinen im konkreten Kontext der Eisenbahnbetreiber Südafrikas untersucht. Integrierte LCC Methoden sollen nachhaltig implementiert und weiterentwickelt werden.

Das Projekt wird in der Programmlinie “Beyond Europe” der FFG gefördert.  Ziel dieses Programms ist es, zur Erhöhung der internationalen FTI-Aktivitäten und -Kooperationen bei österreichischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit Partnern außerhalb Europas in Form von Forschungsprojekten beizutragen.