Trading Cultures

#Institut für Medienwirtschaft #Nationale Drittmittel

Eine Ethnographie von Handelsmessen für TV, Musik und Bücher. Die zentrale Absicht von internationalen Handelsmessen ist es, VerkäuferInnen und KäuferInnen aus unterschiedlichen Teilen der Welt an einem Ort zusammen zu bringen. Dort werden Kontakte geknüpft, Verträge geschlossen und Informationen ausgetauscht.

  • Projektleitung:
    FH-Prof. PD Dr. Gebesmair Andreas
  • MitarbeiterInnen:
    Dr. Musik Christoph, Bakk., MA
    Mag. Mag. (FH) Ebner-Zarl Astrid
  • PartnerInnen:
    Dr. Sarah Baker, Senior Lecturer, School of Humanities at Griffith University
    Dr. Andrea Bogad-Radatz (Head of „Film & Series“ at the Austrian Public Broadcasting Corporation ORF)
    Prof. Paul DiMaggio (A. Barton Hepburn Professor of Sociology and Public Affairs, Princeton University)
    Prof. David Hesmondhalgh, Head of the Institute of Communications Studies; Director of the Media Industries Research Centre at University of Leeds
    Prof. Susanne Janssen, Professor of Sociology of Media and Culture and Chair of the Department of Media and Communication in the Erasmus School of History, Culture and Communication at Erasmus University Rotterdam
    Prof. Keith Negus, Professor of Musicology at Goldsmiths, University of London
    Rainer Praschak (Head of Music Business at music information center austria)
    Claudia Romeder, MA (CEO of Residenz Verlag, the largest Austrian book publishing corporation)
  • Finanzierung:
    FWF
  • Laufzeit:
    01.03.201531.12.2018
  • Kategorie:
    Nationale Drittmittel
  • Projektstatus:
    laufend

Darüber hinaus spielen aber Handelsmessen eine zentrale Rolle in der Formierung und Diffusion der kulturellen, d. h. kognitiven Basis einer Industrie: Was steht im Zentrum des Geschäfts und wie wird gehandelt? Wie kann man „gute“ von „schlechten“ Produkten unterscheiden? Welche Geschäftspraktiken sind am angebrachtesten? Das Ziel des Projekts ist eine Ethnographie von Trading Cultures und das in zweifacher Hinsicht: Es geht einerseits um die Bedeutung des globalen Handels von kulturellen Gütern und andererseits um die Kultur des Handelns in diesem Bereich. Das Projekt greift dabei auf Erkenntnisse des Neoinstitutionalismus und der Feldtheorie zurück und startet von der Annahme, dass Verkaufs- und Kaufentscheidungen durch kulturelle ZwischenhändlerInnen auf gemeinsam geteilten Annahmen, Routinen und Regeln basieren. Dabei handelt es sich um eine als selbstverständlich erlebte Handelskultur, welche sich innerhalb des globalen organisationalen Feldes ausbreitet.

Einblicke in die Kultur des globalen Handels

Insbesondere in der Kulturindustrie, in welcher zukünftiger Erfolg schwer vorherzusagen ist und die Kosten des Scheiterns hoch sind, tendieren die Beteiligten dazu, hochlegitime Geschäftsmodelle zu imitieren. Handelsmessen sind Orte, an welchen diese Prozesse des Imitierens und der Ausverhandlung beobachtet werden können. Mithilfe von ethnographischen Forschungsmethoden, vor allem Teilnehmender Beobachtung, analysieren wir jährlich stattfindende Handelsmessen in drei unterschiedlichen Bereichen der Kulturindustrie (MIPCOM für den TV Bereich, midem für die Musikindustrie und die Frankfurter Buchmesse), um tiefe Einblicke in die Kultur des globalen Handels mit Kulturgütern zu erlangen.

Routinen hinterfragen, Strategien erörtern

Durch die Kombination von Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung leisten die Erkenntnisse des Projekts, welche insbesondere in Kurse zu globalen Medienmärkten einfließen sollen, auch einen Beitrag zur Ausbildung von angehenden MedienmanagerInnen. Darüber hinaus können Industriepartner von den Projektergebnissen profitieren, indem als selbstverständlich wahrgenommene Überzeugungen und Routinen hinterfragt und neue Strategien erörtert werden können.