Arlt Lecture: Junge Wissenschaft 2018

  • Wann:
  • Wo: FH St. Pölten, Kleiner Festsaal

Im Rahmen einer Open Lecture des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung präsentieren Studierende ihre Forschungsergebnisse.

Programm

Günther Berger: Wie kann ein Modell von Gemeindesozialarbeit in einer mittelgroßen Gemeinde in Niederösterreich aussehen?

Im Rahmen einer qualitativen Fallstudie wird die Entwicklung eines Modells für Gemeindesozialarbeit anhand einer mittelgroßen Gemeinde in Niederösterreich beschrieben. Der Fokus liegt dabei zwischen gesellschaftlichem Umfeld (Bürgerinnen und Bürger) und Organisation (regionale sozialarbeiterische Ressourcen). Wesentliche Bedarfe, Methoden und Rahmenbedingungen werden durch ein neues diagnostisches Werkzeug zur Bedarfserhebung von Gemeindesozialarbeit und durch Leitfadeninterviews mit lokalen ExpertInnen und GemeindepolitikerInnen und anschließender Auswertung mittels Systemanalyse erarbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass Gemeindesozialarbeit nicht als statisches Modell, sondern als ein analytisch-kommunikativer Prozess zu betrachten ist, der für jede Gemeinde bzw. Region individuell erarbeitet werden muss.

Veronika Hofbauer: Coming-Out bei LGBTIQ*-Jugendlichen

Die qualitative Fallstudie beschäftigt sich mit dem Coming-Out von LGBTIQ*-Jugendlichen und der professionellen Unterstützung durch die Soziale Arbeit. Wie definiert sich ein Coming-Out bei LGBTIQ*-Jugendlichen? Wie verläuft es? Wo bestehen Möglichkeiten der Unterstützung durch Soziale Arbeit? Dazu wurden ein Leitfadeninterview mit einem Sozialarbeiter und ein narratives Interview mit einer jungen Frau mit Bezug zu LGBTIQ* geführt. Im Anschluss daran wurden die Daten mittels Offenen Kodierens ausgewertet. Es zeigte sich, dass das Coming-out als ein Prozess mit Phasen unterschiedlicher Intensität wahrgenommen wird, bedingt durch die lebenslange Auseinandersetzung mit Sexualität. Des Weiteren spielen psychische Faktoren und die Reaktion des Umfeldes und der Öffentlichkeit eine wesentliche Rolle im Coming-out Prozess.

Theresa Spielleuthner: Gründe, die es Frauen erschweren, sich vom gewalttätigen Partner zu trennen

Zur Bearbeitung der Fragestellung, welche Gründe es Frauen erschweren, sich von gewalttätigen Partnern zu trennen, wurden im Rahmen einer qualitativen Fallstudie zwei Interviews mit Frauen, welche Paargewalt erlebt haben durchgeführt und mittels der Grounded Theory (Strauss/Corbin 1990) analysiert. Die Analyse zeigt subjektive und objektive Abhängigkeiten vom Partner auf. Das Muster der subjektiven Abhängigkeit ergibt sich aus verschiedenen Faktoren, welche die emotionale Bindung an den Partner erhöht. Dies können beispielsweise Entschuldigungs- und Entlastungsversuche oder Loyalität und Mitgefühl mit dem Partner darstellen. Im Muster der objektiven Abhängigkeit wird ersichtlich, dass ökonomische Faktoren, wie z. B. finanzielle Kontrolle, dazu beitragen, eine Trennung für die Frau zu erschweren.

Anmeldung

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie, sich hier anzumelden.

Links

Jetzt teilen: