Rechtsruck in Österreich - Geschlechterperspektive

  • Wann:
  • Wo: FH St. Pölten, Seminarraum 1.08

Auf Einladung des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung spricht Birgit Sauer im Rahmen einer Open Lecture.

Der Vortrag basiert auf einem Beitrag zum Band „Zu Ende gedacht“, herausgegeben von Nikolaus Dimmel und Tom Schmid erschienen bei Mandelbaum.

Abstract

Wie auch in anderen europäischen Ländern ist der Rechtsruck in Österreich durch eine spezifische Nutzung der „Ressource“ Geschlecht gekennzeichnet. Die rechtspopulistische FPÖ versucht, ihre teilweise modernisierten, dennoch aber sehr traditionellen Frauen- und Männerbilder in Politiken umzusetzen.

Ein Schwerpunkt bildet Familienpolitik, wo z. B. der Papamonat als innovatives Element propagiert wird. Gleichzeitig aber wird die Gleichstellung von Frauen im Beruf oder in der Politik skeptisch bis ablehnend betrachtet und Gleichstellungspolitiken, wie Gender Mainstreaming werden vehement abgelehnt.

Kritisch-feministischen Frauenprojekten wird der Geldhahn abgedreht und unter Verweis auf die vermeintliche Rückständigkeit von MuslimInnen wird die vermeintliche Gleichstellung der Geschlechter in Österreich beschworen.

Eine Geschlechterperspektive auf den Rechtsruck macht deutlich, dass die Politik der Angst der extremen Rechten in Österreich auf der Mobilisierung von Geschlecht beruht und die „Männerpartei“ FPÖ versucht, damit männliche Wählerschaft zu adressieren, zumindest aber männliche Identitätspolitik zu betreiben.

Univ.Prof. Dr. Birgit Sauer

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Birgit Sauer ist Professorin für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Sie unterrichtet auch im Bachelor Studiengang Soziale Arbeit. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Governance und Geschlecht.

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