Als Pionier in Suwon

Paul Lackner gemeinsam mit anderen Austauschstudierenden vor der Samsung Library am Campus der SKKU in Suwon.

Erster Student der FH St. Pölten absolvierte Auslandssemester an neuer Partnerhochschule in Südkorea

Mit Paul Lackner verbrachte der erste Student der FH St. Pölten ein Auslandssemester in Südkorea. Im Interview berichtet der Studierende im Bachelor Studiengang IT Security über seinen Aufenthalt von Anfang Februar bis Ende Juni 2018, die Besonderheiten Südkoreas, die Partnerhochschule und sein Studium an der SKKU.

Interview mit Paul Lackner

An der SKKU gibt es zwei unterschiedliche Standorte. Wo genau habe Sie das letzte Semester verbracht?

Ich war am Campus in Suwon, dem größeren der beiden, der seinen Fokus auf Natur- und Ingenieurwissenschaften richtet. Suwon ist zudem der Hauptsitz von Samsung Electronics, die durch finanzielle Unterstützungen großen Einfluss an der Universität haben. Das zeigt sich auch an der zentral gelegenen Bibliothek, der Samsung Library. Darum herum sind die Institute der unterschiedlichen Forschungsrichtungen situiert.

Sie studieren an der FH St. Pölten IT Security. Welche Lehrveranstaltungen haben Sie in Südkorea besucht?

Ich habe mich stark an den Software-Studiengängen orientiert und besuchte Veranstaltungen für Data Structures, Datenbanken, Computer Networks, Digital Communication, Problem Solving und zusätzlich Koreanisch für ausländische Studierende. Die Kurse waren nicht besonders groß, der kleinste umfasste etwa zehn Leute, im größten Kurs saßen etwa 70 Studierende.

Interessant war für mich vor allem das Fach Problem Solving, in dem uns Studierenden jede Woche zwei Probleme in der Art eines Logikrätsels vorgelegt wurden, die wir mit Hilfe eines Algorithmus lösen mussten. Auffällig war, dass die Kurse generell sehr theorielastig angelegt sind.

Wie haben Sie Korea in Bezug auf Sicherheit erlebt?

Korea ist ein Land, in dem Kleinkriminalität im Alltag kaum existiert. Wenn man etwa eine Tasche einen Tag im Park vergisst, ist sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch da, wenn man wieder zurückkommt. Daher hat Sicherheit nicht so einen hohen Stellenwert und ein Bedürfnis danach ist nicht wirklich gegeben.

Haben Sie interessante Aspekte der koreanischen Kultur mitbekommen?

Ich war direkt am Campus in einem riesigen Wohnheim mit etwa 3.000 Studierenden untergebracht. Dort waren die Austauschstudierenden von den einheimischen Studierenden räumlich weitestgehend getrennt, sodass wir häufig unter uns blieben. Dazu kommt, dass viele KoreanerInnen von sich aus sehr schüchtern sind. Auch stellt die Sprache ein Hindernis dar. Viele der KoreanerInnen, die nicht für eine längere Zeit im Ausland waren, sprechen kaum Englisch. Sie lernen die Sprache zwar in der Schule, wenden sie allerdings hauptsächlich in der Schrift an. Darum ist es sinnvoll, sich schon im Vorfeld mit der koreanischen Sprache auseinanderzusetzen, auch weil in den eigentlich englischen Veranstaltungen teilweise koreanisch gesprochen wird.

Dennoch besteht der größte Mehrwert eines Austauschsemesters in kultureller Hinsicht. Man trifft viele neue, interessante Menschen. Die meisten KoreanerInnen, die ich kennen lernen durfte, waren sehr eifrig, Arbeit hat dort einen extrem hohen Stellenwert. In der Gesellschaft herrscht generell eine Kultur des Teilens, etwa beim Essengehen.

Ich würde ein Auslandssemester in Südkorea allen weiterempfehlen, die Interesse am asiatischen Raum haben. 

Partnerhochschule SKKU

Die Sungkyunkwan University (SKKU) ist die erste Partnerhochschule der FH St. Pölten in Südkorea und hat Standorte in Seoul und Suwon. Die Universität wurde 1398 gegründet und zählt mit rund 30.000 Studierenden zu den renommiertesten und ältesten Universitäten Asiens.

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