An der Front von Wissenschaft und Forschung

Mag. Rosmarie Tomasch, Assistentin IC\M/T - Institut für Creative\Media/Technologies |

Forschungsergebnisse werden zumeist vor kleinerem Fachpublikum präsentiert, selten jedoch erreichen sie die breite Öffentlichkeit.

Mag. Rosmarie Tomasch, Assistentin IC\M/T - Institut für Creative\Media/Technologies gibt uns Einblick in ihren Arbeitsalltag, der kurz vor großen Events sehr stressig werden kann.

Als Organisatorin der Langen Nacht der Forschung an der FH St. Pölten – wie nimmst Du die Forschung an sich wahr?

Rosmarie Tomasch: Sie umgibt mich täglich – ich brauch mich nur in meinem Büro umzuschauen – ich teile mein Büro mit vier Forschern, gehe mit Forscherinnen und Forschern in die Mensa zum Mittagessen und es ist schon vorgekommen, dass sie mich kurzfristig als Versuchskaninchen für ein Experiment gebraucht haben. In unserem Büro herrscht kreatives Chaos – verschiedenste Werkzeuge, vom Lötkolben bis zum Bewegungssensor liegen rum, diverse elektronische Komponenten und natürlich eine Menge Computer. Alles, was ein Forscher im technischen Bereich so braucht! Ich mag das sehr und ich nehme Forschung als etwas ganz lebendiges war, das viel mit Ausprobieren, Versuchen und auch Scheitern zu tun hat. Aber wenn’s dann gelingt, dann ist das natürlich jedes Mal ein Erfolg für alle!

Bei der Langen Nacht der Forschung sollen Ergebnisse und Erkenntnisse verschiedene Dialoggruppen, die vielleicht nicht unbedingt wissenschaftsaffin sind, ansprechen – wie versucht die FH St. Pölten die breite Öffentlichkeit zu interessieren?

Ich habe für mich das Bild eines Übersetzers im Kopf. WissenschaftlerInnen sprechen oft eine ganz eigene Sprache, weil sie sehr spezialisiert sind und sich in ihrem Gebiet unglaublich gut auskennen. Das kann einen Laien oft überfordern und schnell entsteht dann ein Gefühl der Frustration: Ich versteh das alles nicht, das ist mir zu abgehoben. Das Gefühl kannte ich früher auch ganz gut! Aber jetzt frage ich nach – ich frage meinen Kolleginnen und Kollegen Löcher in den Bauch, so lange, bis ich verstehe, was sie da tun. Und genau diese Möglichkeit schaffen wir für die breite Öffentlichkeit mit Veranstaltungen wie etwa der Langen Nacht der Forschung. Da hat dann jeder die Möglichkeit, mit den WissenschaftlerInnen direkt in Kontakt zu treten und mit ihnen über das zu sprechen, was sie da tun. Und das Schöne ist, wenn man anfängt zu verstehen, wenn einem quasi der Knopf aufgeht, dann merkt man erst, wie viel Wissenschaft und Forschung mit dem eigenen Leben zu tun haben, dass das etwas ist, was meine Lebensqualität direkt beeinflussen kann, mich täglich umgibt, in allerhand Bereichen. Sei es Kunst, Medizin, Architektur, Mobilität, Geschichte, Medien etc.

Wieso ist es wichtig sie zu kommunizieren?

Davon hängt im Grunde alles ab – nur, wenn ich kommuniziere, kann ich NachwuchsforscherInnen begeistern, kann ForscherInnen aus verschiedenen Bereichen miteinander vernetzen, kann ich Forschungsgelder lukrieren, die unerlässlich sind für eine unabhängige Forschungsarbeit. Nur, wenn die Öffentlichkeit Bescheid weiß und ein Bewusstsein für die hohe Relevanz von Forschung entwickelt, kann sie stattfinden.

Dein Lieblingsforschungsthema?

Ach, das wechselt ständig – da könnte ich mich jetzt gar nicht so festlegen. Aber was mich immer interessiert ist, wie Kreativität funktioniert. 

Dein Arbeitsalltag?

Viele Mails, viele Telefonate, viel reden.

Link:

Lange Nacht der Forschung

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