Anleitung zum Datenjournalismus

Arbeitsgruppe an der FH St. Pölten

Analysewerkzeug und Handbuch für die Praxis

Das von der Fachhochschule St. Pölten koordinierte Forschungsprojekt „VALiD – Visual Analytics in Data-Driven Journalism“ analysierte und entwickelte Methoden für den Datenjournalismus und zur Datenvisualisierung. Ergebnisse des Projekts sind unter anderem eine Anleitung für die Praxis und ein Open-Source-Analysetool.

Stories entdecken

In großen Datenmengen verstecken sich mitunter spannende Geschichten, doch die Stories müssen erst aufgespürt und interpretiert werden. Datenjournalismus extrahiert komplexe Informationen aus einer großen Menge an Daten und präsentiert sie anschaulich. Oft fehlen jedoch geeignete Analysemethoden. Das Forschungsprojekt „VALiD – Visual Analytics in Data-Driven Journalism“ entwickelte neue Techniken, die Journalistinnen und Journalisten dabei unterstützen sollen.

Als Ergebnis des mehrjährigen Projekts wurde nun ein Handbuch für Journalistinnen, Journalisten und alle Interessierten veröffentlicht. Es beschreibt Arbeitsabläufe im Datenjournalismus und stellt Ausbildungen zum Thema sowie Tools für die Praxis vor. Das Projektteam hat auch ein eigenes Analysetool „Netflower“ entwickelt, mit dem dynamische Netzwerkdaten einfach visualisiert werden können und das als Open-Source-Software zur Verfügung steht.

„Es wird immer wichtiger, komplexe Phänomene zu verstehen, um Entscheidungen zu treffen. Traditionell spielen Journalistinnen und Journalisten eine wichtige Rolle in diesem Bestreben, indem sie verborgene Muster aufdecken, über Zusammenhänge informieren, aufklären und unterhalten. Mit dem Handbuch und dem Analyse- und Visualisierungs-Tool unterstützt unser Projekt Journalistinnen und Journalisten, die sich für Datenjournalismus interessieren, und bietet Einblicke in aktuelle Entwicklungen“, sagt Wolfgang Aigner, Leiter des Projekts sowie des Instituts für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten.

Teamwork in der Produktion und hohe Nachfrage nach Daten-Geschichten

„Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass Datenjournalismus kollaborativer als traditioneller Journalismus ist. Es gibt klassischerweise nicht den ‚Datenjournalisten‘ oder die ‚Datenjournalistin‘. Meist arbeiten Teams aus mindestens drei Personen zusammen: jemand zum Programmieren, jemand für die Grafik und jemand als Autor oder Autorin“, erklärt Aigner. Zu den untersuchten Arbeitsschritten gehören etwa das Beschaffen der Daten, deren Aufbereitung, die Analyse, das Data-Storytelling, die Visualisierung und letztlich die Publikation.

Twitter ist der Studie zufolge eine zentrale Verteil- und Diskussionsplattform im Datenjournalismus. Interesse am Datenjournalismus auf Seiten der Medienkonsumentinnen und -konsumenten scheint jedenfalls gegeben: Laut der Untersuchung nehmen sich Menschen mehr Zeit für das Lesen von datenintensiven Berichten und teilen diese auch öfter mit anderen.

Projekt VALiD

Das Forschungsprojekt „VALiD – Visual Analytics in Data-Driven Journalism“ entwickelt neue Techniken zum Datenjournalismus, die JournalistInnen unterstützen sollen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) über das Förderprogramm „IKT der Zukunft“ der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanziert (Projekt 845598). Partner im Projekt sind die Universtität Wien (Department of Computer Science, Visualization and Data Analysis research group), die Landsiedl, Popper OG – drahtwarenhandlung film & animation und die FH JOANNEUM (Institut für Journalismus und Public Relations).

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FH-Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Aigner Wolfgang, MSc

FH-Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Aigner, MSc

Institutsleiter Institut für Creative\Media/Technologies
FH-Dozent
Department Medien und Digitale Technologien