Aufbruch: die Österreichischen Medientage 2018

Medienmanagement-Studierende besuchten die Österreichischen Medientage 2018.

Medienmanagement-StudentInnen bei den 25. Österreichischen Medientagen (26.–27. September 2018)

Die österreichischen Medientage gelten als der wichtigste Kongress für MedienmanagerInnen und MedienmacherInnen in ganz Österreich. Unter den diesjährigen BesucherInnen waren auch Studierende des Departments Medien und Wirtschaft der FH St. Pölten. Nachfolgend der Erfahrungsbericht von Anna Putz, Medienmanagement-Studentin und ÖMT-Besucherin.

Aufbrechen statt einbrechen

„Die Freiheit der Medien ist unantastbar. 1848 wurde die Pressefreiheit erkämpft. 2018 lassen wir sie uns nicht nehmen“ – mit diesen Worten wurden die österreichischen Medientage von Horizont-Chefredakteurin Marlene Auer eröffnet. Nicht nur die einleitenden Worte, sondern der gesamte Kongress standen im Zeichen der Pressefreiheit.

Aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen war die Stimmung an den Kongresstagen zwar angespannt, aber dennoch auch ausgelassen. Die versammelten MedienvertreterInnen zeigten sich betreffend der angekündigten Informationssperre gegenüber „kritischen Medien“ geschlossen einig und „kampfbereit“. Auch abseits von Panels und Vorträgen war die geplante Informationseinschränkung vom Innenministerium das meist diskutierte Thema der ÖMT18.

„Gemeinsam“ gegen „Silicon-Valley-Giganten“?

Das Dauer(streit)thema der Medientage: eine senderübergreifende Plattform zwischen ORF und Sat1ProSiebenPULS4. Während Markus Breitenecker, Geschäftsführer von Sat1ProSiebenPULS4, mit einer senderübergreifenden Plattform aus ihrem Hause „gemeinsam“ mit dem ORF „Silicon-Valley-Giganten“ den Kampf ansagen will, zeigt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk eher zurückhaltend.

Apropos öffentlich-rechtlich: Breitenecker möchte für seinen „public-value-werten“-Content auch GIS-Gebühren. Die meisten Lacher des Kongresses erntete ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz Aussage, „ein Gegner von Monopolen“ zu sein.  

Grautöne brauchen mehr Platz als Schwarz-Weiß

Am zweiten Kongresstag trafen VertreterInnen der Printbrache aufeinander. Kai Diekmann, ehemaliger Chefredakteur der BILD Zeitung: „Guter Boulevard reduziert Komplexität und erklärt so die Wirklichkeit“.

Vertreter der Qualitätsblätter befürchten, dass durch diese Vereinfachung Differenzierung verloren geht und zeigen auf: „Grautöne brauchen mehr Platz als Schwarz-Weiß“.

Im nachfolgenden Panel wurde die Rolle von Tageszeitungen diskutiert. Nana Siebert, stellverstretende Chefredakteurin des Standards über die Erwartungen von LeserInnen an Tageszeitungen: „Erwartet wird Schnelligkeit, umfassende Berichterstattung und greifbare Inhalte“. Wie man sich künftig finanzieren möchte? Online-Paywalls und Sonderpublikationen.

Über Innovation, Mut und Offenheit

„Unter TV Formaten gibt es mehr Kopien als Originale“, so Kathrin Zechner. Erfolgreiche Eigenproduktionen seien einzigartig, exklusiv und eigenwillig. Welche Produktionen beim Publikum gut ankommen würden, könne man zwar im Vorhinein nicht wissen, aber: Man kann vom Produkt überzeugt sein.

Speziell durch die Millionen Investments von US Playern wie Prime Video und Netflix müssen lokale Anbieter in Originale investieren und innovativ denken. Innovation erfordert Mut, Offenheit und Selbstkritik und Kreativität braucht Reibung. „Aber ich überhole meine Konkurrenten nur, wenn ich meine bzw. ihre Spur verlasse“, erklärt Zechner.

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