Ausgezeichnetes österreichisches Radio?

Angeregte Diskussion über den Österreichischen Radiopreis

Radiogrößen aus Österreich und Deutschland trafen sich am 22. März zur Diskussion über die Chancen eines Österreichischen Radiopreises.

Bereits zum vierten Mal wird dieses Jahr in Deutschland der Deutsche Radiopreis verliehen – als Koproduktion des öffentlich-rechtlichen sowie des privaten Rundfunks. An der FH St. Pölten wurde nun unter Fachleuten darüber diskutiert, ob solch ein Preis auch für den österreichischen Markt sinnvoll wäre.

In Österreich hören 82 Prozent der Einwohner Radio. Viele davon tun das drei Stunden am Tag oder länger, wie Anna Michalski, Programmintendantin des campus & city radio 94.4 und Moderatorin der Veranstaltung, erläuterte. „Radio ist mittlerweile so selbstverständlich für die Konsumenten, dass es nicht mehr wertgeschätzt wird“, war sich Michael Plöger, Leiter der zentralen Programmaufgaben beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg, sicher. „Das Radio fungiert nicht nur als Informationsquelle Nr. 1, sondern bietet den HörerInnen auch den ganzen Tag lang Musik und Unterhaltungssendungen. Um diese Alltagsleistungen auszuzeichnen, findet jedes Jahr eine große Veranstaltung mit zahlreichen großartigen MusikerInnen statt, die von 61 deutschen Radioprogrammen übertragen wird. Ziel ist es, dem Radio ein Gesicht zu geben“, erklärte Plöger.

Konkurrenten arbeiten gemeinsam

Susanne Baldauf, Leiterin der Kommunikationsabteilung der deutschen Radiozentrale GmbH, lobte vor allem die reibungslose Zusammenarbeit zwischen den Sendern: „Am Radiopreis arbeiten wir alle gemeinsam, obwohl die Sender sonst ja eigentlich Konkurrenten sind“, erzählte sie. Uwe Kammann, Direktor und Geschäftsführer des Grimme-Instituts, gab Einblicke in die Jury-Arbeit und bestätigte die Wichtigkeit einer unabhängigen Einrichtung, deren Aufgabe es ist, sich um den Einreich- und Nominierungsprozess zu kümmern.

Andreas Kunigk, Pressereferent des Fachbereichs Medien der RTR-GmbH sieht in seinem Vortrag das Projekt „Österreichischer Radiopreis“ als Instrument zur Stärkung des dualen Radiomarktes und berichtete von einem positiven Konsens von öffentlich-rechtlichem und privatem Radio sowie der RTR. Außerdem ist er überzeugt: „Qualität können nicht nur Profis beurteilen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer wissen genau, ob ihnen eine Sendung gefällt oder nicht und so wird das Feedback auch bis in die einzelnen Redaktionen gehen und für mehr Qualität sorgen. Somit gibt es nur Gewinner.“

Radiopreis ist auch für Österreich wichtig

Bei der anschließenden Diskussion meldete sich auch Christian Stögmüller, Geschäftsführer Life Radio und Vorsitzender des Radioboards des VÖP (Verband Österreichischer Privatsender), zu Wort, der die Initiative grundsätzlich unterstützt und „dem Radio eine Bühne geben will“, auch wenn „noch nicht alle Fragezeichen aus dem Weg geräumt sind“.

Der öffentlich-rechtliche Hörfunkdirektor Karl Amon zeigte sich ebenfalls von der Wichtigkeit eines österreichischen Radiopreises überzeugt und meinte, er stehe dem Projekt sehr optimistisch gegenüber.

Leiter des Departments Medienwirtschaft der FH St. Pölten, Reinhard Christl, fasste abschließend zusammen: „Es freut mich besonders, dass wir mit unserer Medien-Expertise an der FH St. Pölten als kompetenter und professioneller Partner gefragt sind. Wir werden auch weiterhin dem Bereich Radio einen hohen Stellenwert in unserer Ausbildung und Forschung einräumen.“

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