Bachelor-Studierende zu Gast in Brüssel

Gruppenbild der TeilnehmerInnen

Im Rahmen des AKNÖ Stiftungslektorats besuchten Studierende des 2. und 6. Semesters Soziale Arbeit (Bachelor) VertreterInnen der EU-Institutionen in Brüssel.

Politische Entscheidungen, die auf EU-Ebene getroffen werden, gehen uns alle an. Doch die wenigsten wissen, wie Verordnungen, Richtlinien und EU-übergreifende Aktionspläne zustande kommen. Initiiert von Christoph Lechner, Abteilungsleiter für Verfassungsrecht und internationale Sozialpolitik der AKNÖ und Lektor an der FH St Pölten, hatten interessierte Studierende und Lehrende auch heuer wieder die Möglichkeit, die Institutionen der Europäischen Union kennen zu lernen. Von 24. bis 26. April besuchten sie die Europäische Kommission, den Europäischen Rat sowie das Europäische Parlament und lernten die Aufgaben des Wirtschafts- und Sozialausschusses anhand von Vorträgen und Diskussionen kennen.

Besuch bei den EU-Abgeordneten Ulrike Lunacek und Karin Kadenbach

Erster Programmpunkt war der Besuch der Büros der Bundesarbeiterkammer (BAK) und des ÖGB in der Ständigen Vertretung Österreichs bei der EU. Amir Ghoreishi, Leiter des BAK Büros in Brüssel, sowie Oliver Röpke, Leiter des ÖGB-Europa-Büros präsentierten dabei nicht nur die Tätigkeiten ihrer beiden Europa-Büros, sondern zeigten auch auf, wie die Anliegen Österreichischer ArbeitnehmerInnen in Brüssel repräsentiert werden. Anschließend konnten sich die TeilnehmerInnen der Reise ein Bild über die EU-Entscheidungsprozesse sowie die historische Entwicklung der Europäischen Union machen: Im EU-Parlamentarium, einem innovativen und topmodernen Museum, erhielten sie auch Informationen zu den einzelnen EU-Abgeordneten und ihren Aufgabengebieten. Eine gute Vorbereitung für das Treffen Face-to-Face, denn nur kurze Zeit später hatten sie die Möglichkeit, direkt mit der Europa-Abgeordneten Ulrike Lunacek (Die Grünen) aktuelle Herausforderungen der EU zu diskutieren. Sie nahm etwa Stellung zu aktuellen politischen Entwicklungen in Ungarn, dem EU-Beitritt Kroatiens sowie ihrem eigenen Engagement mit Bezug zu Sozialer Arbeit, etwa im Bereich Menschenhandel. Auch Abgeordnete Karin Kadenbach (SPÖ) präsentierte ihre aktuellen Arbeitsschwerpunkte und diskutierte mit den Studierenden, etwa über die Schwierigkeiten, die durch unterschiedliche Lebensbedingungen der EU-Staaten dabei entstehen, eine gemeinsame Lösung für alle zu finden.

Wer vertritt eigentlich soziale Interessen in der EU?

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Antwort auf diese Frage mit den Schwerpunkten Sozialpolitik und Soziale Arbeit. Im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) erläuterte Gerald Klec, Mitarbeiter in der Fachgruppe für Wirtschafts- und Währungsunion, wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt, etwa die Aufgaben des EWSA, nämlich Interessen von ArbeitnehmerInnen, ArbeitgeberInnen sowie von Zivilgesellschaftlichen Organisationen zu vertreten. Anschließend diskutierte Christoph Lechner, der die Reise leitete und selbst im EWSA tätig ist, mit den Studierenden die Arbeitsschwerpunkte und Einflussmöglichkeiten des EWSA auf die europäische Gesetzgebung. Die Studierenden hatten darüber hinaus die Möglichkeit, in den Außenpolitischen Ausschuss (REX) hineinzuschnuppern und als BeobachterInnen teilzunehmen. Am Nachmittag stand ein Besuch in der Europäischen Kommission, der "Hüterin der Verträge", am Programm.

Sozialpolitik und Soziale Arbeit in der EU

Den Europäischen Rat, das Gremium der Staats- und Regierungschefs der EU lernten die TeilnehmerInnen der Studienreise am dritten Tag kennen. EU-Sozialexpertin Maria-Luise Lindorfer, Referatsleiterin im Rat der Europäischen Union für Fragen der Beschäftigung und Sozialpolitik diskutierte mit den Studierenden die Rolle der EU für Soziale Arbeit und betonte vor allem auch Schwierigkeiten, die in Zeiten der Krise für Gesellschaften entstehen. Abschluss der Studienreise bildete der Besuch beim European Anti Poverty Network (EAPN), bei dem Direktor Fintan Farrell die Tätigkeiten des länderübergreifenden Armutsnetzwerkes ausführte und mit den Studierenden diskutierte.
Die meisten TeilnehmerInnen ließen die Studienreise mit einem vierten Tag in Brüssel ausklingen, bei dem vor allem Sightseeing am Programm stand.

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