Basisausbildung in der Werbung vor Spezialisierung

Susanne Kristek (Agenturleitung SALES CREW) spricht über Werbung.

Susanne Kristek spricht über Werbung

Helmut Kammerzelt (Studiengangsleiter des Bachelorstudiums Media- und Kommunikationsberatung) und Harald Wimmer (Studiengangsleiter des Masterstudiums Media- und Kommunikationsberatung) im Gespräch mit Susanne Kristek (Agenturleitung SALES CREW):

Wie schätzen Sie die Entwicklung der Werbebranche in Österreich ein?

Wir merken in den letzten Jahren eine gesteigerte Nachfrage nach Point-of-Sale-Aktivitäten im Bereich Verkaufsförderung. Optimalerweise geht das Hand in Hand mit Werbung, weil der Aufbau von Awareness und Markenbekanntheit nach wie vor ein unerlässliches Kriterium für den Erfolg eines Produktes am POS ist. Wo Werbung stattfindet, ist schlussendlich davon abhängig, wo die jeweilige Zielgruppe anzutreffen ist. Natürlich sind hier auch Verschiebungen aufgrund der geänderten Mediennutzung zu beobachten. Dementsprechend passen die Kundinnen und Kunden ihre Budgets an und probieren auch neue Kanäle aus. Werbung wird definitiv komplexer, umfangreicher und es braucht auf jeden Fall gut ausgebildete Allrounder.

Welchen Stellenwert hat die Ausbildung im Bereich der Werbung?

Dadurch dass Werbung immer komplexer wird, nimmt Ausbildung natürlich einen wichtigen Stellenwert ein. Es gibt viele unterschiedliche Berufsfelder in der Werbung. Ich bin der Meinung, dass man auf jeden Fall eine breite Basisausbildung haben sollte, um das ganzheitliche System zu verstehen, bevor man sich vielleicht in einem Bereich spezialisiert. Ähnlich wie in der Medizin – jeder Zahnarzt hat auch eine gewisse medizinische Basisausbildung absolviert. Genauso sehe ich das in der Werbung. Natürlich benötigt es in bestimmten Bereichen Spezialisierungen, aber die Kundinnen und Kunden erwarten ganzheitliche Konzepte und AnsprechpartnerInnen.

Die gesteuerte Zusammenarbeit zwischen Spezial-Agenturen und Abteilungen hat hier immer größeren Stellenwert. Von daher braucht es auch sehr gut ausgebildete Generalisten, die das Ganze steuern und lenken. Ausbildung in der Werbung ist zugleich keine einmalige und abgeschlossene Angelegenheit. Bei den ständigen Veränderungen und Innovationen ist hier ständiges und berufsbegleitendes Lernen notwendig. Das Wichtigste sind Begeisterung und Neugierde!

Welche Karrieremöglichkeiten gibt es in der Werbung?

Inzwischen gibt es so viele unterschiedliche Berufsfelder in der Werbung, da ist die Auswahl so groß, dass für jeden etwas dabei sein wird. Ob man eher gut mit Zahlen kann oder ein kreativer oder kommunikativer Typ ist, stellt sich oft schon in der Ausbildung heraus. Karrieremöglichkeiten gibt es danach viele, wenn man motiviert und begeistert bei der Sache ist und seinen eigenen Talenten nachkommt. 

Gibt es für Sie als Expertin einen aktuell besonders hilfreichen Tipp zum Einstieg in die Welt der Werbung?

Ja, die Kombination aus Ausbildung und Erfahrung. Eine solide Basisausbildung wie zB an der FH St. Pölten in Kombination mit praktischer Berufserfahrung, die man sammelt. Dabei empfehle ich, schon früh in unterschiedliche Arbeitsbereiche hinein zu schnuppern. Ferialjobs, die auf den ersten Blick vielleicht noch nichts mit den späteren Traumjobs zu tun haben, bilden trotzdem ungemein. Egal ob am Bau, in der Gastronomie, als Gemeindearbeiter oder in einem Büro, als Sanitäter oder ehrenamtlich bei einem Verein. Sammelt Erfahrungen in vielen Bereichen. Das wird euch später sicher irgendwann nützlich sein. Ich schaue bei allen Vorstellungsgesprächen neben der Ausbildung auch darauf, welche praktischen Erfahrungen schon vorliegen.

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