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Cannabisregulierung und Auswirkungen

Expertinnen und Experten diskutierten über Cannabisregulierung und die Konsequenzen für Suchtberatung und Prävention

Cannabisregulierung und Auswirkungen
Ansicht der Fachhochschule St. Pölten

Im Rahmen der ersten Fachtagung zum Thema Cannabisregulierung an der FH St. Pölten widmeten sich diese Woche Expertinnen und Experten aus Österreich und Deutschland unterschiedlichen Modellen der Cannabisregulierung – von Europa bis Südamerika – und diskutierten die Auswirkungen auf die Suchtberatung und Prävention. Fazit des Tages: Es braucht eine Politik zwischen Prohibition und Freigabe von Cannabis, im Sinn eines strukturierten und staatlich kontrollierten Mittelwegs.

Spannende Keynotes und praxisnahe Workshops

Die Fachtagung, die unter dem Thema „Cannabisregulierung – und die Auswirkungen auf die Suchtberatung und Prävention“ stand, wurde dieses Jahr erstmals vom Department Soziales der Fachhochschule St. Pölten organisiert. Nach den einführenden Keynotes von Alfred Springer (Facharzt für Psychiatrie und Neurologie), Rainer Schmid (wissenschaftlicher Koordinator des Wiener Drogenpräventionsprojekts „check it!“) und Suchtmediziner Hans-Günter Meyer-Thompson konnten die rund 110 TeilnehmerInnen aus insgesamt vier praxisnahen Workshops auswählen: von medizinischen Aspekten des Cannabisgebrauchs bis hin zu Formen der Beratung von Cannabis-Freizeitkonsumentinnen und -konsumenten. 

„Diskussion in Österreich erst am Anfang“

„Nach wie vor steht der ‚Krieg gegen Drogen‘ im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Bemühungen gegen das Suchtproblem in Österreich. Die Cannabisprohibition führt aber zur Kriminalisierung großer Bevölkerungsgruppen und ist gleichzeitig der größte Risikofaktor für gesundheitsbedrohliche Konsumformen“, so Kurt Fellöcker, Organisator der Tagung und Leiter des Lehrgangs Suchtberatung und Prävention an der FH St. Pölten. „Im Gegensatz zu anderen Ländern ist die Diskussion zur Regulierung von Cannabiskonsum in Österreich erst am Anfang. Klar ist, dass eine sinnvolle Cannabisregulierung nur mit begleitenden Maßnahmen im Bereich Suchtberatung und Prävention funktionieren kann. Unsere Fachtagung hat Expertinnen und Experten aus verschiedensten Bereichen zusammengebracht, um über diese Problematik nachzudenken und mögliche Lösungsansätze zu diskutieren.“

Lehrgang Suchtberatung und Prävention

Die FH St. Pölten kann auf profunde Expertise im Bereich der Suchtberatung zurückgreifen. Im Rahmen des Weiterbildungslehrgangs „Suchtberatung und Prävention“ erwerben Studierende Fähigkeiten und Kenntnisse für einen qualifizierten Umgang mit dieser KlientInnengruppe. Für die Durchführung der Lehrgänge besteht eine Kooperation mit dem ÖAGG (Österreichischer Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik) und dem Anton Proksch Institut (Suchtklinik). Die Absolventinnen und Absolventen führen Suchtberatung und Prävention kompetent durch und übernehmen leitende und planende Tätigkeiten in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens. Sie können die Instrumente der motivierenden Gesprächsführung, der Krisenintervention und Suizidverhütung anwenden und Präventionsprojekte in verschiedenen Einsatzfeldern gestalten.

Der Lehrgang wird als Zertifikatslehrgang (2 Semester), akademischer Lehrgang (4 Semester) oder Masterlehrgang (4 Semester) berufsbegleitend angeboten. Weitere Informationen unter www.fhstp.ac.at/lsb.

Download der Tagungsunterlagen & Links