Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung eröffnet

Feierliche Eröffnung des Carl Ritter von Ghega Instituts im Stadtmuseum St. Pölten

Neues Institut für praxisnahe Forschung und Entwicklung zu Verkehr und Mobilität

Im Rahmen der European Researchers‘ Night am 27. September stellte die Fachhochschule St. Pölten das Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung der Öffentlichkeit vor. Die feierliche Eröffnung bot einen Blick in die Zukunft des Verkehrssystems. Bei der European Researcher’s Night präsentierte die FH St. Pölten in einem zwölfstündigen Programm an zehn Veranstaltungsorten ihre Forschungsprojekte.

Aus der Eisenbahn-Infrastrukturtechnik kommend, und dem Pioniergeist von Carl Ritter von Ghega folgend, hat sich das Institut zum Ziel gesetzt, interdisziplinäre Lösungen für Probleme zu finden, die auf den ersten Blick unüberwindbar scheinen. Die neue Forschungseinrichtung trägt damit wesentlich zur nachhaltigen Gestaltung eines zukünftigen Verkehrssystems bei.

On Track to Future

Die Herausforderungen dafür skizzierte Peter Döllmann, Geschäftsführer des Wiener Unternehmens DöllmannDesign, Urheber vieler Schienenfahrzeugdesigns und Consulter für internationale Unternehmen, in seiner Keynote „On Track to Future“. Derzeit befände sich die Gesellschaft an einer substanziellen Zeitenwende in der Geschichte der Verkehrstechnik. So sei das Ende der Ära des Verbrennungsmotors absehbar und durch den demographischen Wandel eine massive Aufwertung des öffentlichen Nahverkehrs zu erwarten.

Dies setze großen strukturelle und strukturpolitische Entscheidungen voraus: intensive Investition in die Forschung, intensive Vernetzung der Forschung mit der Industrie und der Politik auf allen Ebenen, Offenheit bei allen Entscheidungsträgern und ein Bewusstsein dafür, dass jede und jeder das Privileg hat, eine Verkehrswende mitzuformen.

Ausbau der Forschung

Das Carl Ritter von Ghega Institut arbeitet interdisziplinär mit verschiedenen Fachbereichen der FH St. Pölten zusammen, ist in zahlreichen Netzwerken aktiv und pflegt intensive Beziehungen zu nationalen und internationalen PartnerInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft. „Erfolgreiche Forschung in der Mobilität benötigt Know-how aus vielen verschiedenen Disziplinen. Gute und verlässliche Kontakte sind dafür unbedingt notwendig“, sagt der designierte Institutsleiter Frank Michelberger.

An der FH St. Pölten werden die Forschungsschwerpunkte zu den Themen Medien, Informatik, Verkehr, Gesundheit und Soziales zunehmend integrativ und interdisziplinär gestaltet. Dem trägt auch das neue Institut Rechnung. „Mit der Gründung des Instituts wird die Forschung an der FH St. Pölten wesentlich vorangetrieben. Die Ziele der FH, zunehmend bereichsübergreifend zu forschen und den Bereich der Forschung insgesamt auszubauen, werden dadurch mit einem großen Schritt weiter umgesetzt“, sagt FH-Geschäftsführerin Gabriela Fernandes.

Die Forschungsprojekte des Carl Ritter von Ghega Instituts befassen sich unter anderem mit einer Mobilitätssoftware, die Kindern nachhaltiges Verkehrsverhalten spielerisch beibringt, und mit Entwürfen für ein Innenraumsystem für Schienenfahrzeuge, das es den Fahrgästen ermöglicht, ihren Platz den individuellen Bedürfnissen anzupassen und die Reisezeit bestmöglich zu nutzen.

Verzahnung von Forschung und Lehre

Forschung ist an der FH St. Pölten auch fester Bestandteil der Lehre, konkret in den Studiengängen Eisenbahn-Infrastrukturtechnik und dem Weiterbildungslehrgang Europäische Bahnsysteme. Studierende werden laufend in die wissenschaftliche Arbeit eingebunden und sammeln dadurch wertvolle praktische Erfahrung.

„Eine fundierte, qualitativ hochwertige Hochschulausbildung setzt eine intensive Auseinandersetzung mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen voraus und verlangt auch eine möglichst aktive Teilnahme an der Weiterentwicklung des jeweiligen Fachgebiets“, sagt Otfried Knoll, Studiengangsleiter für Eisenbahninfrastrukturtechnik an der FH St. Pölten.

Europäische Nacht der Wissenschaft

Am 27. September präsentierte die FH St. Pölten ihre Forschungsprojekte unter dem Motto „Destination Future“ einer breiten Öffentlichkeit im Zuge der European Researchers‘ Night. Shows, Experimente, Workshops, Installationen und Vorträge an zehn Veranstaltungsorten in der St. Pöltener Innenstadt brachten Jung und Alt die Welt der Wissenschaft näher. Mehr als 100 ForscherInnen waren aktiv beteiligt.

Geboten wurden mehr als 50 Programmpunkte in zwölf Stunden – vom Beginn der Ausstellungen um 15 Uhr, über IT-Theater und Abendgala im Landestheater bis zum Science Slam und Ausklang der Researchers‘ Night beim Science Clubing im Cinema Paradiso um drei Uhr Früh.

Jetzt teilen: