CERN lässt sich in die Karten schauen

Einblicke in den den Kontrollraum des Kernforschungszentrums CERN in Genf

ForscherInnen tauschten sich nicht nur mit CERN-ExpertInnen aus, sondern lernten mit der Screening Week ein neues Format für Wissenstransfer kennen

Das Land Niederösterreich will die Zusammenarbeit mit dem weltweit größten Forschungszentrum CERN in Genf (Schweiz) verstärken; von diesen Bestrebungen soll nicht nur Niederösterreichs Wirtschaft profitieren, sondern auch hierzulande Forschende, darunter auch Researcher des IC\M/T der FH St. Pölten.

Zu diesem Zweck war Landesrätin Petra Bohuslav zusammen mit MedienvertreterInnen bei CERN zu Gast; vor Ort machte sie sich neben bereits bestehenden niederösterreichischen Kooperationen mit CERN auch ein Bild von der CERN-NTNU Screening Week, die einmal jährlich in Kooperation mit der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) stattfindet und auch für Niederösterreich eine attraktive Form des Wissenstransfers sein könnte.

Heimische Forschung profitiert von CERN-Expertise

Das CERN gilt als das weltweit größte Labor für Teilchenphysik. Es stellt sein technisches Wissen, das es durch seine Erfahrung in Teilchenbeschleunigern und Detektoren gewonnen hat, für Unternehmen und Forschungsinstitute zur Verfügung und arbeitet auch eng mit diesen zusammen.

Viele junge WissenschaftlerInnen nutzten die Möglichkeit, das international renommierte Kernforschungszentrum CERN kennen zu lernen und mit ExpertInnen und Top-ForscherInnen in direkten Kontakt zu treten. Man unterhielt sich über neueste technologische Entwicklungen und die Frage, wie das CERN-Know-how für konkrete eigene Forschungsprojekte und Ideen nutzbar gemacht werden kann.

Screening Week für Wissenstransfer nutzen

Johannes Ambrosch, Research Assistant in der Forschungsgruppe Digital Technologies des Instituts für Creative\Media/Technologies an der FH St. Pölten, befand sich gerade wegen der CERN-NTNU Screening Week zusammen mit Sophie Koschitz (IMC Krems), Mariella Pfannenstill (AMU Wieselburg) und Florian Schirg (Accent Gründerservice) in Genf, um zu analysieren, ob und inwieweit sich ein derartiges Format auch in Niederösterreich etablieren könnte.

Während des einwöchigen Programms, das von CERN und dem Masterprogramm "School of Entrepreneurship" der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) einmal jährlich organisiert wird, kommen norwegische Studierende aus verschiedensten Disziplinen zusammen, um Businesskonzepte für das eigene Start-up am Ende ihres Studiums zu erarbeiten. 

Johannes Ambrosch in seiner observer-Rolle zeigte sich beeindruckt von der Eigenständigkeit und Initiative, mit der die Studierenden sofort an ihre Projekte herangegangen sind. "Die Studentinnen und Studenten arbeiten selbstständig in Teams und werden dabei von Coaches aus ihrer Schule und Technologieexpertinnen und -experten aus dem CERN beraten. Es geht darum, zu analysieren, wie im CERN entwickelte Technologien in anderen Industrien eingesetzt werden können", erzählt der FH-Researcher.

Großen Eindruck auf die ÖsterreicherInnen machten auch die ganze Infrastruktur des Konzerns und die Offenheit und Bereitschaft der CERN-ExpertInnen, ihr Wissen und ihre Expertise in persönlichen Gesprächen mit den Anwesenden zu teilen.

In Pitches am Ende der Woche präsentierten die norwegischen Studierenden ihre Ergebnisse. Die Präsentationen kamen gut an, sie seien zudem sehr professionell, wie Accent Gründerservice-MitarbeiterInnen fanden, sie seien auf Augenhöhe mit jenen Pitches, die im Rahmen des Creative Pre-Incubators (CPI) an der FH St. Pölten regelmäßig zu hören und zu sehen seien. Und der Erfolg gibt dem Nachwuchsförderungsprogramm der FH St. Pölten Recht: Bereits zahlreiche Gründungen und erfolgreiche Start-ups sind seit 2014 aus diesem hervorgegangen.

Wird es die Screening Week womöglich schon bald übergreifend für niederösterreichische Fachhochschulen geben? Ambrosch ist vorsichtig optimistisch, das Wissen um Organisation und Inhalt des Programms hätten er und seine niederösterreichischen KollegInnen ja bereits.

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