Didaktik Workshop zur Aktivierung Studierender

Symbolbild Didaktik Workshop im Department Medien & Wirtschaft zur Aktivierung von Studierenden in Großgruppen

Wie Studierende in großen Vorlesungen aktiviert werden können, hat Olivia Vrabl den Lehrenden aus dem Department Medien & Wirtschaft nähergebracht

Kürzlich konnten Lehrende des Departments Medien und Wirtschaft an dem Didaktik-Workshop „Das Schweigen der Lämmer“ von Olivia Vrabl teilnehmen. Inhaltlich fokussierte die Workshop-Leiterin dabei die mentale Aktivierung der Studierenden in Großgruppen und „Massen-Lehrveranstaltungen“. Die Basis für eine erfolgreiche Lehrveranstaltung bildet der rote Faden, der sich durchzieht, um klar zu zeigen, wohin die Reise in der Lehrveranstaltung führt.

Inhalte in kleineren Häppchen

Vrabl empfiehlt den Unterricht in kleine Einheiten von ca. 20 bis 30 Minuten zu unterteilen. Beispielsweise könne die/der Lehrende diese Zeitspanne mit einem Frontalvortrag verbringen und dann durch ein anderes Element unterbrechen. Die Anregung und Zeit, um selber über die gehörten Inhalte nachzudenken, stellt ein mögliches Element dar. Ebenso wichtig sind regelmäßige Pausen.

Was heißt aktivieren der Studierenden überhaupt?

Aktiviert sind Studentinnen und Studenten dann, wenn ihre Beteiligung am Unterricht über reines Zuhören hinausgeht. Das Hauptziel dahinter ist nicht die reine Informations-Übertragung, sondern vielmehr das Entwickeln der Fertigkeiten und Fähigkeiten von Studierenden. Diese Entwicklung erfolgt beispielsweise durch die Anregung zu höherwertigem Denken, das Entwickeln eigener Konzepte und Werte sowie die Erkundung der eigenen Einstellungen.

Murmelgruppen

Eine Variante, um die Aktivierung zu erreichen, stellt der Einsatz von sogenannten Murmelgruppen dar. Bei dieser Methode stellen sich die Studentinnen und Studenten im ersten Schritt selbst die Frage, was ihnen im Rahmen der Lehrveranstaltung klar und wichtig wurde, was aus ihrer Sicht noch geklärt werden muss, bevor sie weiterarbeiten können und was sie darüber hinaus noch wissen möchten. Im Anschluss murmeln sie in kleinen Gruppen über ihre jeweiligen Ansichten und Wünsche. Dann werden die Ergebnisse daraus entweder in das gesamte Plenum geholt und gemeinsam diskutiert oder es werden nur Highlights aus einzelnen Gruppen vorgestellt.

Bin ich am richtigen Weg?

Auch die Interaktion im Sinne der Rückmeldung über die Lernfortschritte der Studierenden spielt eine zentrale Rolle. Dafür können Lehrende beispielsweise auf „Take-home-messages“ setzen. Diese können so gestaltet werden, dass Studierende für sich ihre drei bis fünf Kernbotschaften aus der erfolgten Lehrveranstaltung notieren und diese, wenn gewünscht, im Plenum besprochen werden. Durch die gemeinsame Auseinandersetzung können gegebenenfalls relevante Kernbotschaften ergänzt werden. Die/Der Lehrende kann am Ende auch selbst nochmal festhalten, welche Dinge aus ihrer/seiner Sicht am wichtigsten sind. Durch dieses Fazit können die Studentinnen und Studenten erkennen, ob sie die richtigen Dinge als wichtige Inhalte identifiziert haben.

Peer-Teaching

Die am Workshop teilnehmenden Lehrenden notierten sich gegen Ende der Fortbildung auf ihrem Methodenmerkzettel, welche der vorgestellten Methoden, für sie/ihn am spannendsten und relevantesten klingen. Beispielsweise wurde hier auch das Konzept des Peer-Teachings genannt. Dieses Konzept ist deswegen so erfolgreich, weil Kolleginnen und Kollegen, die einen Inhalt selbst gerade erst verstanden haben, wissen, wo das Problem in der Wissensvermittlung liegt und  die Inhalte dadurch leichter verständlich erklären können.

Frage-Antwort-Session am Ende des Unterrichts

Ein abschließender Tipp, um redundante Fragen/Informationen im Unterricht zu vermeiden, ist die Erstellung dynamischer Fragelisten. Das bedeutet, dass sich Studierende in der Vorlesung einen Zettel zur Hand nehmen, auf dem sie Fragen notieren, die sie nicht gleichstellen wollen, da die Beantwortung vielleicht im weiteren Vortrag noch erfolgt. Am Ende der Lehrveranstaltung räumt die/der Lehrende dann Zeit ein, um die Fragen zu beantworten, welche auf der Liste stehen und noch nicht beantwortet wurden.

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