Der richtige Sound zum Ersten Weltkrieg

Die letzten Tage der Menschheit mit FH-Beteiligung

"Die letzten Tage der Menschheit" – aktiver Teil dieses Großereignisses in Wr. Neustadt sind FH-Dozent Andreas Büchele und Masterstudent Jakob Maurer

„DAS Theaterereignis des Jahres!“ (Kurier) „Ein atemberaubendes, aufwühlendes, hochaktuelles Stationentheater“ (Die Presse) „Eine begehbare, von Flammen illuminierte, von Geschützlärm und Musik durchtoste Skulptur. Ein Gesamtkunstwerk.“ (Spiegel Online)

In dieser Tonart lesen sich die Kritiken zu Paulus Mankers aktueller Inszenierung von Karl Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit", die derzeit in Wr. Neustadt in der Serbenhalle, einer ehemaligen Eisenbahnfabrik, sowie in weiteren Nebenräumen im angrenzende Bürotrakt aufgeführt wird.

Gespielt wird noch bis 5. August ein eigentlich als unaufführbar geltendes Stück. 23 SchauspielerInnen zeigen, dass es doch geht; mitten unter ihnen der Regisseur Paulus Manker und im Hintergrund ein Technikerteam, die den reibungslosen Ablauf sicherstellen. Mit dabei: FH-Masterstudent Jakob Maurer, Tonbetreuung, und FH-Dozent Andreas Büchele, Sounddesign.

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Wem dieses Theaterereignis vollkommen fremd ist, dem seien diese Fotogalerie oder die folgende Berichterstattung im ORF wärmstens empfohlen. Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie mächtig und bildgewaltig diese Theaterinszenierung ist.

Student der FH St. Pölten als Tontechniker im Einsatz

Jakob Maurer, aktuell im Rahmen des Master Studiengangs Digitale Medientechnologien mit der Vertiefung Audio Design mit seiner Diplomarbeit „Weiterentwicklung horngeladener Lautsprechersysteme“ beschäftigt, ist seit 1. April als Tontechniker bei „Die letzten Tage der Menschheit“ im Einsatz und fährt die Show jeden Abend.

Auf den Job aufmerksam geworden ist Maurer über FH-Dozent Andreas Büchele, seit 2003, "einer gefühlten Ewigkeit", als Tontechniker bei Mankers Tourneeproduktionen mit dabei und im aktuellen Stück für die Entwicklung des Sounddesigns und die Toneinrichtung aller Musiken und Klänge hauptverantwortlich. 

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Während Bücheles Part das Erarbeiten und Voreinstellen der Tonstimmungen bei den Proben ist, damit die Klangflächen bei den Aufführungen korrekt abgerufen werden können, ist Maurer bei den Vorstellungen selbst im Einsatz und sorgt dafür, dass Mankers sechseinhalb Stunden dauerndes Polydrama auch den richtigen Sound hat. Angesichts der gigantischen Ausmaße der Halle –  300 Meter lang, 70 Meter breit und unglaubliche 30 Meter hoch –  sowie mehrerer Nebenschauplätze ein alles andere als leichtes Unterfangen.

"Jakob Maurer leistet dort hervorragende Arbeit. Er hatte von Beginn an, ab den ersten Leseproben und den Anfängen der technischen Einrichtungen, intensiven Kontakt mit den SchauspielerInnen und den anderen technischen Schnittstellen; gemeinsam wurden die Einstellungen, ja das ganze Stück, verbessert und weiterentwickelt. Das macht er großartig ", sagt Büchele über die Leistung des jungen Studenten.

Praxiserfahrung der Sonderklasse

So ein Praxiseinsatz in dieser Größenordnung sei eine enorme Erfahrung, schließlich gelte es, das große Ganze stets im Auge zu haben, nämlich das optimale Zusammenspiel von Ton, Licht, Nebelmaschine, den Akteuren und den anderen involvierten Abteilungen.

Auch sei es Maurer gelungen, den anspruchsvollen und zuweilen sehr fordernden Regieanweisungen Paulus Mankers nachzukommen – eine Praxiserfahrung der Sonderklasse angesichts des Monumentaldramas, "bei [dem] das Konzept Überwältigung heißt" (APA).

Zu sehen, oder besser zu erleben, gibt es "Die letzten Tage der Menschheit" noch bis 5. August. Theoretisch. Denn praktisch sind sämtliche Vorstellungen bereits ausverkauft.

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