Digital Healthcare: Bericht zu build.well.being

build.well.being 2019

Austausch zu Innovationen im digitalen Gesundheitswesen mit 150 europäischen Gästen und einem Vortragenden vom MIT Boston an der FH St. Pölten

Das 3. Networking-Event build.well.being an der Fachhochschule St. Pölten widmete sich Visionen und Innovationen im digitalen Gesundheitswesen. Neben Workshops zur Digitalisierung berichteten internationale Expertinnen und Experten über den Stand der Forschung und Studierende aus der Europaregion Donau-Moldau (EDM) stellten ihre Projekte vor. Vortragende kamen vom MIT in Boston und aus mehreren europäischen Ländern.

Big Data im Gesundheitswesen

Bei der Veranstaltung berichteten internationale VordenkerInnen und UnternehmerInnen unter anderem von der Entwicklung fühlender Prothesen, von medizinisch-technischen Weiterbildungsplattformen und der Analyse von Datenmengen zur Bewertung von HIV-Risiken. Die Keynote hielt Brian Anthony vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) bzw. dem Medical Electronic Device Realization Center über die Medizinprodukteentwicklung am MIT.

Anthony skizzierte das Entstehen des lokalen „Medizintechnik-Firmen-Ökosystems“ rund um den MIT-Standort in Cambridge/Boston. Die meiste Forschung am Standort erfolgt laut Anthony in Kooperation von Expertinnen und Experten aus der klinischen Praxis, Unternehmen und dem MIT als Forschungseinrichtung. Prototypen könnten dadurch rasch für die Ansprüche des klinischen Alltags entwickelt und früh in der klinischen Praxis getestet werden.

Hands-on-Workshops bei der Veranstaltung gaben praktischen Einblick in aktuelle Entwicklungen – etwa zum Einsatz von Motion Capturing in der Rehabilitation, also dem digitalen Erfassen und Auswerten von Bewegung, zum Einsatz von Augmented-Reality-Applikationen zur Aufklärung von Patientinnen und Patienten oder zum Einsatz von Text-Mining-Algorithmen zum Erschließen medizinischer Daten.

Digital Health Lab und fühlende Prothesen

Highlights der Veranstaltung waren der Besuch des Digital Health Labs der FH St. Pölten und eine fühlende Prothese von Saphenus-Medical, die Phantomschmerzen verhindern soll und von Saphenus-Medical-CEO Rainer Schultheis vorgestellt wurde.

„Die Netzwerkveranstaltung build.well.being bringt Forscherinnen und Forscher sowie unternehmerische Vordenkerinnen und Vordenker, Studierende und Lehrende aus dem digitalen Gesundheitswesen zusammen und gibt den Macherinnen und Machern eine Bühne. Gesundheitsexpertinnen und -experten tauschen sich mit technischen Entwicklerinnen und Entwicklern aus – mit Teilnehmenden und Vortragenden aus Österreich, Deutschland, Tschechien, Schweden, Slowenien, den USA und dem eHealth-Mutterland-Estland“, erklärt Jakob Doppler, Leiter des Studiengangs Digital Healthcare und Wissenschaftler am Center for Digital Health Innovation der FH St. Pölten, das Hauptorganisator der Veranstaltung war.

„Insbesondere mit Blick auf die ländlich geprägten EDM-Regionen wird eine bedarfsgerechte, wohnortnahe medizinische Versorgung zunehmend schwieriger“, berichtet Barbara Stadler, Themenmanagerin der Europaregion Donau-Moldau. „Technologische Innovationen im Gesundheitswesen können gerade hier als Chance genutzt werden. Zudem bringen sie großes Potential für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit sich.“

Studierende stellen ihre Projekte zum digitalen Gesundheitswesen vor

Nach den Vorträgen stellten Studierende von Hochschulen der Europaregion Donau-Moldau ihre Projekte vor. Im Studium Digital Healthcare an der FH St. Pölten etwa entwickeln Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitsbereich und der Technik als Studierende gemeinsam technisch geprägte Innovationen für das Gesundheitswesen.

Unter den präsentierten Projekten waren eine kinderfreundliche Augmented-Reality-Lernplattform für Gesundheitsthemen, eine an der FH St. Pölten entwickelte Plattform zur Telerehabilitation, ein tragbarer Sensor, der das Sturzrisiko von Patientinnen und Patienten mit Demenz reduzieren soll, eine App, die mittels Amazon Alexa Patientinnen und Patienten mit Informationen bei der Regeneration nach Magen-Darm-Operationen unterstützt, und ein benutzungsfreundlicheres KrankenpflegerInnen-Call-System.

Die Veranstaltung build.well.being 2019 fand in Kooperation mit der Zukunftsakademie Mostviertel und der Europaregion Donau-Moldau statt. Partner waren mobility.builders, ecoplus / Technopol Krems / International Center for Health Technology und das Europaforum Wachau.

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FH-Prof. Doppler Jakob, MSc

FH-Prof. Jakob Doppler, MSc

Studiengangsleiter Digital Healthcare (MA)
Department Medien und Digitale Technologien