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Digital Marketing mit Blick auf E-Commerce

Nachgefragt bei Thomas Koch

Digital Marketing mit Blick auf E-Commerce
Thomas Koch, Sales Director International & Retail bei Österreichische Post AG
Copyright: Österreichische Post

Harald Rametsteiner (Leiter des Masterlehrgangs Digital Marketing) im Gespräch mit Thomas Koch (Sales Director International & Retail, Österreichische Post AG) über Online Marketing:

Wie schätzen Sie die Entwicklung von Online Marketing in Österreich ein?

Ich sehe das Thema Online Marketing vor allem auch immer eng im Zusammenhang mit dem Thema E-Commerce – die Entwicklung an sich ist hier rasant, schnell und überaus dynamisch. Mit nun beinahe 20 Jahren Branchenerfahrung in den Bereichen Dialogmarketing und Versandhandel – und allen dazugehörigen Prozessen bis hin zum physischen Versand von Waren – kann ich heute nur sagen „kein Stein ist auf dem anderen geblieben“. Und gefühlt nimmt die Entwicklungsgeschwindigkeit immer noch weiter zu. Die Steuerung von Information, Werbung und Content über Online-Kanäle hat in allen Bereichen des E-Commerce einen enorm hohen Stellenwert bekommen.

Besonders spannend ist aber auch die Erkenntnis, dass Märkte die sich etwas früher geöffnet und auch bewegt haben als der österreichische Markt, in der Entwicklung schon noch immer den einen oder anderen Klick voraus sind. Ich denke da mit europäischem Bezug vor allem an das Vereinigte Königreich, finde es aber auch faszinierend mit welcher unglaublichen Geschwindigkeit sich beispielsweise China entwickelt. In vielen Punkten rund um die Nutzung von Technologien, Payment-Services, Vernetzung und vor allem Smartphones sind uns die Chinesen, denke ich, sogar schon einen großen Schritt voraus. Es gilt also am Ball zu bleiben!

Welchen Stellenwert haben Ausbildung und Weiterbildung im Online Marketing?

Technologie, die das Leben und Einkaufen von Menschen einfacher macht, stellt im Hintergrund enorme Anforderungen an Entwickler, Marketingexperten sowie IT-Fachleute. Umso einfacher es den Konsumentinnen und Konsumenten gemacht wird, umso komplexer wird eine für die Konsumentinnen und Konsumenten unsichtbare Systemumgebung. Hier braucht es unbedingt sehr gut ausgebildete Fachkräfte, die nicht nur ein überaus gutes Gespür für Marketing an sich haben, sondern die auch in der Lage sind, die Dinge interdisziplinär und mit der notwendigen IT-Kompetenz anzupacken und voranzutreiben.

In diesem dynamischen Umfeld gilt das Schlagwort des lebenslangen Lernens ohnehin mehr denn je. Neues Wissen und neue Ideen erobern die Branche irrsinnig schnell. Man ist und bleibt gefordert, auch im eigenen beruflichen Umfeld stets up to date zu bleiben. Darum sind Aus- und Weiterbildung quasi ohnehin ein Muss in allen Bereichen des Online Marketings. Denn nur wer die bestehenden Werkzeuge beherrscht, kann dann auch mit eigener Kreativität etwas Neues schaffen.

Wie beurteilen Sie das Konzept vom neuen Lehrgang Digital Marketing der FH St. Pölten?

Ich finde den Praxisbezug im Lehrgang Digital Marketing hervorragend und wichtig, hier kann ein toller Wissenstransfer nahe am Leben stattfinden. Für ein berufsbegleitendes Lernen sind die Voraussetzungen auch ideal gestaltet. Die umfassenden Inhalte, die auch einen interdisziplinären Einblick bieten, finde ich sehr wichtig. Marketing an sich ist nie ein Selbstzweck, sondern beeinflusst verschiedenste Bereiche in einem Unternehmen und umgekehrt diese das Marketing. Hier ist es sehr gut immer auch über den Tellerrand blicken zu können, Verständnis für vor- und nachgelagerte Prozesse zu haben. 

Welche Karrieremöglichkeiten gibt es im Online Marketing?

Alleine wenn ich nur an die Österreichische Post AG denke, wurden hier in den letzten Jahren viele Stellen geschaffen, für die es ausgewiesene Experteninnen und Experten im Bereich Online Marketing braucht. Wir haben ein tolles Online-Innovationsmanagement aus dem heraus in den letzten Jahren viele fantastische Services für Konsumentinnen und Konsumenten, Empfängerinnen und Empfänger wie auch AuftraggeberInnen entstanden sind.

Und wenn schon ein in den Wurzeln traditionelles Unternehmen wie die Post diesen hohen Bedarf hat, sieht man erstens wie rasant sich Technologie hier generell verbreitet hat und Unternehmen im Wandel hohen Bedarf an Fachkräften haben, und zweitens, dass natürlich viele junge Unternehmen genau dieses Know-how für ihr Kerngeschäft brauchen. Ich denke da insbesondere an Online-Pure-Player im E-Commerce. Nicht zu vergessen - wie viele heute tolle Unternehmen haben als kleines Start-Up begonnen? Mit einer guten Idee und tollem Können ist hier sicher auch der Weg in die Selbständigkeit immer eine Option, die man ins Auge fassen kann.

Zum Abschluss: Gibt es für Sie als Experte einen aktuell hilfreichen Tipp zu Digital Marketing, welcher empfohlen werden kann?

Ich denke jeder von uns ist selbst Konsument. Betrachten wir alles das, was wir tun und machen und planen zuerst aus der Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten und der Anwenderinnen und Anwender. Hier gilt nach wie vor die alte Marketingregel „der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“.