Drogenkonsum und Jugendliche in der Suchtberatung

FH-Professor Kurt Fellöcker, Leiter des Lehrgangs Suchtberatung und Prävention (MSc)

Für die Suchtberatung und Prävention stellt der Drogenkonsum von Jugendlichen eine Herausforderung dar, so Lehrgangsleiter Kurt Fellöcker.

"Der legale Konsum von CBD-haltigen Produkten ist eine Herausforderung für die Suchtberatung und Prävention", so FH-Professor Kurt Fellöcker anlässlich des Internationalen Tags gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr der Vereinten Nationen. "Eine einschlägige Ausbildung hilft Menschen in der Sozialen Arbeit, mit diesem Phänomen umzugehen."

Cannabis-Konsum – Was tun?

Mit den sommerlichen Temperaturen werden sie wieder sichtbarer: Jugendliche, die allein oder gemeinsam cannabishaltige Substanzen konsumieren, oft rauchen. Es "graselt" und verantwortliche Erwachsene fragen sich, was nun zu tun ist, weil ja offensichtlich illegale Substanzen konsumiert werden. Alles ganz harmlos oder dringender Handlungsbedarf?

CBD: nicht illegal

CBD-haltige Produkte sind nicht illegal und in letzter Zeit in Österreich in Mode gekommen. CBD steht für Cannabidiol und ist neben Tetrahydrocannabinol (THC), das hauptsächlich für die berauschende Wirkung verantwortlich ist, das am zweitstärksten konzentrierte Cannabinoid der Hanfpflanze.

CBD bewirkt keine Rauschzustände, es wird ihm eine entspannende Wirkung nachgesagt. Nebenwirkungen sind kaum bekannt, die Substanz ist aber noch eher wenig beforscht. "Möglicherweise wirkt sie antioxidativ, brechreizhemmend, angstlösend, antidepressiv, ev. auch antipsychotisch", erklärt Fellöcker, der den Lehrgang Suchtberatung und Prävention leitet. Vom Konsum in der Schwangerschaft ist abzuraten, weil CBD die Schutzfunktion der Plazenta reduzieren kann.

CBD-haltige Produkte wie klassisches Cannabis

Eltern und andere Erziehungsverantwortliche, aber auch MitarbeiterInnen von Kinder- und Jugendeinrichtungen sind eine wichtige Zielgruppe für vorbeugende und schadensminimierende Maßnahmen.

"Es wird empfohlen, bezüglich CBD-haltigen Produkten die gleiche Meinung zu vertreten wie bezüglich klassischen Cannabisprodukten oder Tabakrauchen. Kinder und Jugendliche sollten kein CBD konsumieren", so Fellöcker. "Dabei spielen nicht nur biologische Motive eine Rolle sondern auch psychosoziale. Die Jugendkultur, Phänomene jugendlicher Entwicklung und niedrigschwellige Zugänge zu dieser Zielgruppe werden im Rahmen von Suchtberatung und Prävention vermittelt."

Weiterbildung: Suchtberatung und Prävention

Als Weiterbildungsmöglichkeit für Berufstätige aus den Bereichen Sozialarbeit, Medizin, Bildung, Psychologie, Krankenpflege, Jugendbetreuung oder Familienhilfe bietet die FH St. Pölten den Lehrgang Suchtberatung und Prävention an.

Kooperation mit Anton Proksch Institut und ÖAGG

Die Fortbildung kann als Zertifikats- (2 Semester), Hochschul- (4 Semester) oder Masterlehrgang (4 Semester) besucht werden und wird in Kooperation mit dem Anton Proksch Institut und dem Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG) angeboten.

Jury vergibt Stipendium

Studierenden steht ein Stipendium in Höhe der Lehrgangsgebühren zur Verfügung, das von einer Jury vergeben wird. "Dieses Angebot richtet sich an alle InteressentInnen für den Masterlehrgang Suchtberatung und Prävention. Wir freuen uns, einer Bewerberin bzw. einem Bewerber die Studienkosten ersetzen zu können", so Fellöcker.

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