Einmalige Gelegenheit: Praktikum bei Google

Dominik Herkel in München

IT Security Student Dominik Herkel absolviert ein Praktikum bei Google in München

Für ein Praktikum bei Google in München unterbrach der IT Security Student Dominik Herkel sein Studium an der FH St. Pölten. Im Interview erzählt er über die einmalige Gelegenheit, das dieses Praktikum für ihn bietet.

Warum war es Ihnen so wichtig, das Praktikum in München zu machen?

Es war schon immer mein Wunsch, genau dort mitzuwirken, wo innovatives Denken und Handeln gefördert werden. Für mich persönlich steht Google als Unternehmen gerade dafür. Daher träumte ich schon seit dem Beginn meiner IT-Ausbildung davon, eines Tages für dieses Unternehmen arbeiten zu können und zu erleben, wie sich der Arbeitsalltag dort gestaltet. 

Würden Sie es wieder so machen?

Ja, auf jeden Fall. Die Erfahrungen, welche ich bisher während meines Praktikums sammeln konnte, sind für mich sowohl aus professioneller, aber auch aus persönlicher Sicht, sehr wertvoll gewesen. Ich habe diese Entscheidung mit sehr viel Bedacht getroffen. Manche Chancen bieten sich nur einmal im Leben. Für mich persönlich war genau dies eine solche Gelegenheit. Natürlich war es nicht leicht, mein Leben in so kurzer Zeit derart zu verändern. Doch durch die großartige Unterstützung meiner Freundin und meiner Familie konnte ich mir diesen Traum erfüllen.

Was sind Ihre Aufgaben in Ihrem Job?

In meiner Rolle als Corporate Operations Engineer habe ich ein sehr breit gefächertes Aufgabenspektrum. Eine Kernaufgabe meiner Tätigkeit ist es, andere GooglerInnen aus aller Welt bei verschiedensten technischen Problemen zu unterstützen. Dabei ist das vorrangige Ziel, sicherzustellen, dass die BenutzerInnen aus technologischer Sicht produktiv bleiben können. Dieser Einsatzbereich ermöglicht es mir, einen guten Einblick in die verschiedenen internen Umgebungen und Technologien zu bekommen. Der größte Teil meiner Arbeit dreht sich jedoch um die Mitarbeit an unterschiedlichen technischen Projekten. Einen Großteil meiner Zeit wirke ich an einer Initiative zur Implementierung von Software Defined Networking in Enterprise Umgebungen mit. Dies ist für mich natürlich eine außergewöhnliche Erfahrung, da es mir hier ermöglicht wird, mich aktiv mit den neuesten Entwicklungen und Technologien aus diesem Bereich zu beschäftigen. Ein anderes faszinierendes Projekt, an dem ich arbeite, ist eher im Software Defined Security Bereich angesiedelt. Hier bin ich von der Konzeption und Umsetzung bis hin zum eigentlichen Deployment meiner eigenen Software-Applikation auf Basis der Google-internen Infrastruktur betraut. 

Fühlen Sie sich bereit für diese Aufgaben?

Seit meinem ersten Arbeitstag war ich mit einer sehr agilen und zugleich komplexen Umgebung konfrontiert. Darüber hinaus unterscheidet sich die Arbeitsweise und die allgemeine Herangehensweise an Probleme sehr stark von dem, was ich bisher kennengelernt hatte. Dies war und ist sehr herausfordernd, allerdings noch immer auf eine positive Weise. Ich durfte hier unter anderem zwei essentielle Dinge lernen: Zum einen ist es unumgänglich, sich so oft wie möglich aus seiner eigenen Komfortzone zu begeben, um an neuen Herausforderungen, allerdings sogar insbesondere an Rückschlägen, zu wachsen. Zum anderen ist es wichtig, seine Ziele stets hoch anzusetzen – dann ist es möglich, Dinge zu erreichen, die man selbst niemals für möglich gehalten hätte. Denn wie schon ein berühmter österreichischer Dirigent sagte: „Wer all seine Ziele erreicht, hat sie wahrscheinlich zu niedrig gewählt.”

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit?

Ich wurde seit meinem ersten Arbeitstag wie ein vollwertiger Mitarbeiter behandelt, wobei mir immer das Gefühl gegeben wurde, dass meine Beiträge und mein Wissen sehr hoch geschätzt werden. Neben den großartigen MitarbeiterInnen-Benefits, mit welchen Google regelmäßig neue Maßstäbe setzt, ist es besonders das allgemeine Arbeitsklima und die Begeisterung, mit welchen an Herausforderungen herangegangen werden, die mich ganz besonders faszinieren. Speziell die effiziente Arbeits- und die kreative Denkweise begeistern mich. Zusätzlich ist es großartig, nicht nur bereits bestehende Technologien anwenden zu können, sondern stetig mitzuerleben und daran mitwirken zu können, wie komplett neue Technologien und Lösungen entstehen und teilweise sogar ganze Paradigmenwechsel in der Industrie vorangetrieben werden können. 

Mit welchen Herausforderungen haben Sie dabei zu kämpfen?

Zu Beginn meines Praktikums war es nicht immer einfach, mit der großen Komplexität und schieren Flut an Möglichkeiten Schritt zu halten oder diese auch nur zu überblicken. Zum Beispiel gestaltete sich die Entscheidung für ein Projekt, an welchem ich mitwirken möchte,  als herausfordernd. Ich wurde aber von Anfang an dabei unterstützt, ein Projekt zu finden, welches mein persönliches Interesse widerspiegelt und mir auch erlaubt, mich langfristig damit zu identifizieren. Es war natürlich nicht leicht, aus der großen Anzahl an Teams und Projekten ein geeignetes auszuwählen, das mich begeistert und zu dessen Anforderungen mein Skillset passt. 

Konnten Sie die im Studium erlernten Inhalte anwenden?

Auf jeden Fall. Das Studium an der FH St. Pölten und meine mehrjährige Ausbildung an der HTL Spengergasse haben mir ein fundiertes Wissen und einen guten Einblick in verschiedenste Themen und Technologien mitgegeben. Auf der anderen Seite jedoch wird an viele Probleme bei Google gänzlich anders herangegangen. Daher wäre es hier schwierig gewesen, mich dediziert auf meine derzeitige Tätigkeit vorzubereiten. 

Welche Inhalte haben im Studium bis jetzt gefehlt?

Mir fallen keine bestimmten Inhalte ein, welche mir beim Studium bisher gefehlt hätten. Es ist nunmal so, dass gerade der IT-Bereich eine große Zahl an technischen Spezialisierungsmöglichkeiten bietet, welche von keiner Ausbildung allumfassend abgedeckt werden können oder sollten. Selbst wenn man einen speziellen Themenbereich, wie zum Beispiel den der IT Security, betrachtet, fließt dieser in unzählig viele Technologien und andere Themengebiete ein, weswegen es hier einfach wichtig ist, eine fundierte und breitgefächerte Ausbildung innerhalb des gewünschten Segmentes zu bekommen. Jedoch ist es darüber hinaus essentiell, sich zusätzlich selbst und individuell mit den Themen zu beschäftigen, welche für einen persönlich am interessantesten sind. 

Was hat Sie damals dazu bewogen, mit dem Studium an der FH St. Pölten zu beginnen?

Schon während meiner Zeit an der HTL habe ich mich im Besonderen für IT Security und Network Engineering interessiert. Die FH St. Pölten bietet für beide Themenbereiche eine hervorragende Ausbildung an, um in diesen Bereichen auch professionell Fuß fassen zu können. Darüber hinaus war die FH St. Pölten eine der einzigen höher bildenden Institutionen, welche dediziert eine Ausbildung im Bereich IT Security angeboten hat und dies auch noch als berufsbegleitendes Studium, wobei gerade dieser Aspekt für mich ein entscheidender Faktor war.

Wie schätzen Sie die Zukunft und die zukünftigen Jobchancen in der Branche ein?

Ich bin der Meinung, dass besonders die IT-Branche noch immer ein immenses Wachstumspotenzial hat. Es gibt eine Vielzahl an Arbeitsplätzen in unterschiedlichsten Themengebieten der IT. Ich denke, dass hier die Berufsaussichten derzeit, aber auch zukünftig, sehr gut sind. Wenn man bedenkt, dass Computer, Software und Netzwerke heute schon nahezu in jedem nur denkbaren Bereich Einzug gehalten haben, ist dies natürlich auch nicht verwunderlich. Insbesondere das Thema Security spielt im Bezug auf die durch den Fortschritt entstandenen Risiken eine ganz entscheidende Rolle. Ich persönlich habe das Gefühl, dass dieser technologische Einfluss auf unser tägliches Leben gerade in Zukunft noch stärker werden wird, wobei ich hier sehr gespannt darauf bin, welche zukünftigen Entwicklungen wir in diesem Bereich noch miterleben dürfen.

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