Event #2 der Marketing Natives

Das zweite Event der Marketing Natives stand unter dem Thema „Mobile Commerce war gestern – Brand Commerce ist heute“

„Mobile Commerce war gestern – Brand Commerce ist heute“

Die Marketing Natives (powered by DMVÖ), die Nachwuchsplattform für junge Marketing-ExpertInnen, luden kürzlich zu Event #2 mit dem Themenschwerpunkt „Mobile Commerce“ in den Julius Raab Saal der Wirtschaftskammer Wien.

Organisiert wurde die Veranstaltung in Kooperation mit dem Studiengang Media- und Kommunikationsberatung.

Es diskutierten:

  • Christian Pirkner (Vorstand BC Capital und Leadinvestor beim mPayment-Scheme-Provider Blue Code)
  • Harald Winkelhofer (Founder und CEO von IQ Mobile)
  • Axel Puwein (Director of Sales & Innovation, Wirecard CEE) und
  • Martin Sprengseis (Parnter bluesorce) über Potentiale und zukünftige Trends des M-Commerce.

Touchpoints müssen zusammenwachsen

Als erster Speaker betrat Harald Winkelhofer die Bühne und stellte fest, dass es in der heutigen Zeit gar nicht mehr um Mobile Commerce sondern um Brand Commerce gehe, da eine erfolgreiche Marke am Ende des Tages überall Geld verdienen müsse. Laut Winkelhofer bekämen große Messaging-Apps mittlerweile mehr Aufmerksamkeit als Social Media. Zeitgemäße Werbemaßnahmen müssten an die tägliche Mediennutzung der Konsumenten angepasst werden. Ändert sich die Mediennutzung, ändere sich zeitgleich auch das Einkaufsverhalten. So sind virtuelle Stores gerade auf dem Vormarsch. Winkelhofer gab zu bedenken: „Touchpoints der Inspiration müssen mit Touchpoints der Transaktion zusammenwachsen.“

Generell sieht der Mobile-Experte großes Potential in Smartphone-Transaktionen, da Konsumenten das Mobile Device immer dabei hätten. Seiner Meinung nach werde Marketing künftig noch mehr technologiegetrieben sein und die Wertschöpfungskette immer kürzer werden. Winkelhofer nannte den Online-Vermittlungsdienst für Fahrleistungen Uber als Best Practice Beispiel: „Uber ist Mobile Commerce at its Best und bietet für den Fahrgast ein Erlebnis.“ Auch Starbucks sei ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, das seine Hausaufgaben bereits gemacht habe und als Lifestyle-Marke schon lange Zeit eine eigene Handy-App anbiete. Die Kaffeehauskette ist einer der ersten weltgrößten Payment-Anbieter, bei dem man Transaktionen direkt über die App machen könne. Österreich stecke bei M-Commerce erst in der Anfangsphase, beispielsweise mit mobiler Begleitung im Handel, wie es bereits Ikea anbietet.

Mit einem Beep ist alles erledigt

Im Anschluss erläuterte Christian Pirkner, dass viele Konsumenten zwar Smartphone-affin wären, aber derzeit nur wenige damit am Point of Sale bezahlen würden. Laut Pirkner gäbe es gleich mehrere Gründe, warum das Handy derzeit noch kein Paypoint sei: Einerseits müsse der Mehrwert des Bezahlens über das Smartphone den KonsumentInnen erst vermittelt werden, andererseits sei Bargeld gerade im mitteleuropäischen Raum noch sehr weit verbreitet und eng mit dem Thema Sicherheit verknüpft. Auch Pirkner bestätigte die Aussage seines Vorredners, dass Starbucks alles richtig gemacht habe: „90% aller getätigten Mobile Payment Transaktionen in den USA wickelt Starbucks per Scan ab.“ Mobiles Bezahlen sei eine Sache der User Experience und Sicherheit ein zentrales Thema, da das Smartphone als sehr persönlicher Gegenstand angesehen werde. Pirkner ist überzeugt, dass KonsumentInnen sich erst daran gewöhnen müssten, dass die Bezahlfunktion über einen Token zur Verifizierung ablaufe und mit einem Beep – beispielsweise durch die Bezahl-App Blue Code – erledigt sei.

„Man muss sich nicht vor der Technologie fürchten“

Den Abschluss machte Axel Puwein mit seinem Vortrag über Innovation & Payment. Seiner Meinung nach treffe jetzt gerade die Old Economy auf die Digital Generation. Gewinner im Wandlungsprozess seien jene Unternehmen, die zur richtigen Zeit auf Innovationsthemen setzen und die Klaviatur des Omni-Channel-Marketings perfekt beherrschen. Auch Puwein meinte, dass der eigentliche Bezahlvorgang immer mehr in den Hintergrund trete und das Erlebnis für KundInnen im Vordergrund stehen müsse. Die Grenzen von E-Commerce und M-Commerce würden immer mehr verschwimmen, gleichzeitig nimmt die Beratungsvielfalt zu. Heutzutage sei es keine Seltenheit mehr, dass KundInnen von anderen KundInnen, beispielsweise durch Rezensionen, beraten werden würden. „Die Ansprache vor Ort wird immer wichtiger. Moderne Technologien ermöglichen es Unternehmen, KundInnen direkt anzusprechen und beispielsweise ihren Lieblingskaffee zu servieren, sobald sie den Store betreten“, zeigt Puwein Möglichkeiten auf, die bereits vor dem Kauf zur Verfügung stehen.

Der Abend schloss mit einer Podiumsdiskussion, bei der alle Speaker sowie Martin Sprengseis (Parnter bluesorce) den Gästen für Fragen rund um das Thema Mobile Commerce zur Verfügung standen. Barbara Klinser-Kammerzelt (Managing Director MAP / Mediabrands Audience Platform) führte als Moderatorin durch die Diskussion. Fazit des Abends: Das Smartphone ist schon längst zum Gatekeeper geworden, das über eine riesige Menge Daten verfügt und E-Commerce bzw. M-Commerce mit einem 360-Grad-Wissen ausstattet. Jedoch muss sich die Trial and Error-Kultur in Österreich hinsichtlich neuer Technologien noch etablieren.

 

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