Eventmanagement aus der Rechtsperspektive

Klaus Vögl, Lektor im Lehrgang Eventmanagement

Nachgefragt bei Klaus Vögl

Harald Rametsteiner (Leiter des Masterlehrgangs Eventmanagement) im Gespräch mit Klaus Vögl (Fachgruppengeschäftsführer bei der WKO): 

Wie schätzen Sie die Entwicklung von Eventmarketing in Österreich ein?

Es ist weiterhin ein Wachstumssegment. Unsere aktuelle IHS-Studie über die Bedeutung des Eventmarktes in Österreich, abrufbar unter www.eventnet.at, belegt dies eindrucksvoll anhand aktueller Zahlen. Der Bereich bedarf jedenfalls einer gezielten und umfassenden Ausbildung und hat mit „Festl machen“ aus meiner Sicht wenig zu tun.

Welchen Stellenwert haben Ausbildung und Weiterbildung im Eventmanagement?

Da das Gewerberecht den Bereich zum freien Anmeldegewerbe macht, einen überaus hohen. Nur mit einer fundierten Ausbildung und gegebenenfalls auch einer von uns angebotenen Zertifizierung (TÜV – WKO) sind selbstständige Eventagenturen in der Lage, sich aus der Masse der über 5.000 Anbieter in Österreich hervorzuheben und nicht in den ersten Jahren Ihrer Erwerbstätigkeit zu scheitern.

Events bedeutet vor allem immer auch: Sicherheit und Haftung. Und auch hier schützt Unwissenheit nicht vor Strafe und anderen nachteiligen Rechtsfolgen wie Schadenersatz. Die Ausbildung ist somit das A und O im Eventmanagement.

Wie beurteilen Sie das Konzept des Lehrgangs Eventmanagement der FH St. Pölten?

Der Lehrgang an der FH St. Pölten bildet diese Anforderungen in hervorragender Weise ab und bietet – vor allem auch was den rechtlichen Bereich anbelangt – eine vergleichsweise fundierte spezielle Rechtsausbildung. „Veranstaltungsrecht“ kann man eben nicht in drei oder vier Stunden abhaken.

Welche Karrieremöglichkeiten gibt es im Eventmarketing?

Natürlich einmal die Gründerschiene mit dem Motto „Machen Sie sich mit Ihrer eigenen Agentur selbstständig“. Dabei helfen die Gründerservices sowie die zuständigen Fachgruppen in der WKO. Genauso kann allerdings eine Laufbahn in einer Eventmarketingabteilung eines größeren Unternehmens eingeschlagen werden. Alle bedeutenderen Firmen bedienen sich heute Events als Marketinginstrument – von Produktpräsentationen bis hin zur Kundenbeziehungspflege. Das mögliche Tätigkeitsfeld ist umfassend und vielfältig.

Zum Abschluss: Gibt es für Sie als Experte einen besonderen Tipp bei der Entwicklung und Umsetzung von Events?

Hier ein besonderer Tipp vom Rechtsexperten: Da sich die wenigsten Eventanbieter in Österreich eine spezialisierte eigene Rechtsabteilung leisten können, liegt es in diesem Bereich an Ihnen als EventmanagerIn selbst, über das erforderliche rechtliche Basiswissen zu verfügen. Prüfen Sie Ihre kreativen Eventideen und -vorgaben darauf, ob sie – auch im jeweiligen Bundesland – rechtlich einwandfrei umsetzbar sind beziehungsweise mit welchen Rechtskonsequenzen sie möglicherweise verbunden sind. Das reicht von behördlichen Anmeldepflichten bis hin zu Sonderabgaben wie der Gebrauchs-, Werbe-, oder Glücksspielabgabe. Schon eine simple Tombola kann zur rechtlichen Herausforderung werden.

Klaus Vögl ist Lektor in der Lehrveranstaltung „Rechtliche Grundlagen“ des Lehrgangs Eventmanagement.

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