Exkursion in das Siemens-Herstellerwerk Wien

3D-Labor im Siemens Werk Wien

Am 23. November besuchten 17 Master-Studierende bei einer Exkursion das Werk Wien der Siemens-Mobility-Division.

Als Teil des Kooperationsvertrages zwischen dem Department Bahntechnologie und Mobilität der FH St. Pölten und der Siemens AG Österreich findet seit dem Wintersemester 2016 eine neue Lehrveranstaltung statt: Vertiefung Schienenfahrzeuge aus Herstellersicht für die Master-Studierenden der beiden Spezialisierungen Eisenbahnbetrieb und Systemtechnik sowie Management von Bahnsystemen. Eine Exkursion führte die Studierenden in das Werk Wien der Siemens Mobility-Division. Auf der umfangreichen Agenda standen die Präsentation des Werkes Wien und seiner Fertigungsschwerpunkte im Light-Rail-Bereich (Straßenbahnen, U-Bahnen) einschließlich Führung durch die einzelnen Fertigungshallen, das 3D-Labor samt virtueller Modellpräsentation, Innovationsmanagement und eigene Übungsaufgaben für die Studierenden.

Bei der Führung durch das Werk erregten die verschiedenen Fertigungsstadien und Baumethoden (Schwarzstahl, Aluminiumprofile, Verbundtechniken, Lackiererei) besondere Aufmerksamkeit, aber auch die innovativen Fördermethoden, wobei die Waggons auf Luftkissenplattformen durch die Montagehalle bewegt werden. Ausführliche Informationen über Lackiertechnologien und Graffiti-Entfernung, ein begehbares U-Bahn-Mock-up und Details der Fertigungsstadien der Wiener ULF-Straßenbahnen gaben Anlass für tiefergehende Diskussionen mit den Siemens-Experten. Aktuell werden die letzten Baulose der Wiener ULF und der Gesamtauftrag für die Metro Rihad (Saudi-Arabien) im wiener Werk gebaut. Unterschiedliche Komfortphilosophien, aber auch ein für uns fremdartiges Klassendenken in den arabischen Staaten beflügelten ebenso den Gedankenaustausch.

3D-Labor

Ein Highligt war das 3D-Labor. Hier werden sämtliche Bauteile eines Fahrzeugprojektes (Innenräume, Ausstattungskomponenten wie Sitzbänke oder Führerstände, Schaltschränke usw.) virtuell begehbar/angreifbar. Z. B. wurde simuliert, wie eine lange Sitzbank durch die Türöffnungen eines U-Bahnwagens zur Montage manövriert werden kann und ob die geplanten Maße auch wirklich passend sind.

Innovationsphilosophie bei Siemens war ebenfalls ein Ansatzpunkt für rege Dimensionen, bevor die Studierenden von Stiftungslektor Manfred Mark Übungsaufgaben gestellt bekamen: Sie mussten die sinnvolle Geräteverteilung in einem Triebzug überlegen und anschließend präsentieren. Immer wieder wurden auch Vergleiche zwischen Pkw-Fertigungstechnik und Schienenfahrzeugbau gezogen, um die Unterschiede zwischen Massenfertigung und tailor-made-solutions herauszuarbeiten.

Studiengangsleiter Otfried Knoll zieht folgendes Resumée: „Mit unserem Kooperationspartner Siemens haben wir eine gute Wahl getroffen. Die Studierenden aus zwei Spezialisierungsrichtungen lernen gemeinsam Fertigungstechniken, Qualitätssicherungssysteme und Abnahmeprozesse von Schienenfahrzeugen kennen. Bei einer Exkursion zu den Fertigungsstätten werden auch Abhängigkeiten von Bestellerwünschen und Lebenszykluskosten greifbarer, als nur im „Trockentraining“ im Seminarraum. Immer wichtiger werden auch Serviceverträge, für deren Verständnis Kenntnisse über Wartungserfordernisse und  Produktlebensdauern sehr wichtig sind. Dies ist eine solide Basis für verantwortungsbewußte Managemententscheidungen.“

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FH-Prof. Dipl.-Ing. Knoll Otfried, EURAIL-Ing.

FH-Prof. Dipl.-Ing. Otfried Knoll, EURAIL-Ing.

Departmentleiter
Studiengangsleiter Bahntechnologie und Management von Bahnsystemen (MA)
Studiengangsleiter Bahntechnologie und Mobilität (BA)
Lehrgangsleiter PT Domain Excellence Programm
Standortkoordinator Lehrgang Europäische Bahnsysteme (MA)
Department Bahntechnologie und Mobilität