EXTRO – Experimentieren geht über Studieren

Bei der EXTRO im METRO Kinokulturhaus präsentierten Medientechnik-Studierende ihre Projekte

Studierende der FH St. Pölten präsentierten ihre experimentellen Medienprojekte im METRO Kinokulturhaus in Wien

Im Rahmen des Projektsemesters an der Fachhochschule St. Pölten haben Studierende des Bachelor Studiengangs Medientechnik unterschiedliche Ideen im Bereich experimenteller Medien verwirklicht. Am 19. April 2018 konnten sich BesucherInnen bei der Ausstellung EXTRO im METRO Kinokulturhaus in Wien selbst ein Bild von den spannenden Projekten machen und bei Live-Performances dabei sein.

Das Experiment zwischen erster Idee und finalem Ergebnis 

Den BesucherInnen von EXTRO wurden zwei Kurzfilme geboten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, durch ihren Fokus auf Perspektive jedoch auch Gemeinsamkeiten aufweisen. Während Alp den Horror in die wunderschönen österreichischen Alpen bringt, nimmt Vergissmeinnicht sein Publikum in die zerrissene Gedankenwelt eines an Alzheimer erkrankten Rockstars mit. Zusätzlich dazu gab die audiovisuelle Installation der Kitchen Machine jedem die Möglichkeit, einmal selbst musikalisch „aufzukochen“.

Zwischen dem ersten Gedanken und dem finalen Ergebnis liegt das Experiment – dieses formt das finale Projekt und macht es zu einem spannenden Erlebnis. In diesem Sinne arbeiteten die Medientechnik-Studierenden ein Semester lang an ihren eigenen Projekten, um sie nun abschließend einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

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Der Kurzfilm „Alp“

„Alp“ ist ein audiovisuelles Experiment, das Beziehungsgeflechte hinterfragt und Wahrnehmungsgrenzen verschiebt. Der Film illustriert: Der Unterschied zwischen Liebe und Hass ist oft nicht klar erkennbar. 

In der ersten Phase des Projektes galt es, ein Konzept zu erstellen und ein Drehbuch zu verfassen. Die dreiköpfige Crew entschied sich, den Film auf einer Berghütte in den Kärntner Alpen zu drehen, die besagten Räumlichkeiten wurden gemietet sowie ein Casting abgehalten. Der Dreh dauerte eine Woche und wurde im November 2018 realisiert. Die folgenden zwei Monate galten der Postproduktion. Im April 2018 wurde der Film schließlich im Rahmen der Ausstellung über experimentelle Medien im Metro Kinokulturhaus in Wien vorgestellt.

Der Kurzfilm „Vergissmeinnicht“

In „Vergissmeinnicht“ erleben die ZuseherInnen die zerrissene Gedankenwelt eines an Alzheimer erkrankten Musikers, der sich unwissentlich im Gespräch mit seinem (in Vergessenheit geratenen) Sohn befindet.

Ziel des Projektes war das Verschmelzen mehrerer Kunstformen sowie das Schaffen einer Erfahrung. Für die fünf Studierenden war der erste wichtige Schritt das Verfassen eines Drehbuches und visuellen Konzeptes für den Film. Eine essentielle Rolle in der weiteren Entwicklung des Konzepts stellte der Entschluss dar, Projection Mapping auf Kartonkisten sowohl im Film als auch in der Aufbereitung im Metro Kinokulturhaus als ein visuell metaphorisches Kernelement zu verwenden. Drehorte und Schauspieler wurden festgelegt, der Dreh konnte wie geplant durchgeführt werden. Die Postproduktionsphase war mit Ende März 2018 abgeschlossen. Die Ausstellung im METRO Kinokulturhaus markiert den Abschluss des Projektes; es gab ein Screening des Films sowie eine Installation. 

IAS - The Kitchen Machine

Ziel der interaktiven Audio/Video-Installation des dreiköpfigen Projektteams war es, eine Installation zu erschaffen, mit welcher sich die BetrachterInnen musikalisch austoben können.

Zu diesem Zweck wurde ein Computer mit Ableton und TouchDesigner in ein Backrohr verbaut, mit einem Steuerungselement anstelle des Herds. Ein Beamer im Rohr sorgt dafür, dass MIDI-reaktive Visuals auf eine Leinwand projiziert werden können. Der Audiopart wurde mit Max4live programmiert. Die Benutzerin, der Benutzer steuert einen Synthesizer und drei verschiedene Drums (Basedrum, Snare, Hihat). Bei der EXTRO im April wurden BesucherInnen eingeladen, live Visuals zu generieren. Kochen einmal ganz anders.

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METRO Kinokulturhaus als Plattform für experimentelle Medienprojekte

Markus Wintersberger, Dozent an der FH St. Pölten in den Studiengängen Medientechnik und Digitale Medientechnologien und Betreuer der vorgestellten Projekte, freute sich über die gelungene Projektpräsentation und darüber, mit dem METRO Kinokulturhaus einen Partner für die Zukunft gewonnen zu haben. „Diese Ausstellung in Kooperation mit dem METRO Kinokulturhaus Wien ist eine erste vielversprechende Zusammenarbeit und fußt auf der Initiative von Eva Fischer und Anna Högner, bei denen ich mich für ihr Engagement, ihre wertvolle Unterstützung der Studierenden und ihren unermüdlichen Einsatz bedanken möchte.“

Eva Fischer ist Lehrende im Bereich Experimentelle Medien im Bachelorstudiengang Medientechnik und zeichnet mit ihrer Agentur sound:frame für viele internationale Ausstellungen und Events im Bereich Medienkunst und Experimentelle Medien verantwortlich. „Das METRO Kinokulturhaus ist ein Ort an der Schnittstelle von Film, Filmarchiv und interdisziplinären Formaten und kann ein toller regelmäßiger Kooperationspartner für unsere FH-Projekte sein. Das Haus ist sehr offen dafür, was natürlich wunderbare und wichtige Möglichkeiten für uns eröffnet“, zeigt sich Eva Fischer erfreut über die gute Zusammenarbeit und die gelungene Ausstellung.

Anna Högner leitet den Ausstellungsbetrieb des METRO Kinokulturhauses und hat ihrerseits das Team der Studierenden mit ihrer Erfahrung und ihrer Begeisterung für das Experiment unterstützt.

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