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FallTec bei Alternsmedizin-Kongress

Sturz-Prävention bei Demenz: Digital Healthcare-Studierende wollen das Sturzrisiko alter Menschen senken. Wie? Das zeigt ihr sensor-basiertes Projekt

FallTec bei Alternsmedizin-Kongress
Studierende des Master Studiengangs Digital Healthcare präsentierten ihr Projekt FallTec beim Alternsmedizin-Kongress in Linz
Copyright: Jürgen Maureder

Am 13. September 2019 fand unter Beteiligung des Master Studiengangs Digital Healthcare der alljährliche Kongress "Alternsmedizin trifft Pharmakologie" des Ordensklinikums Linz in der voestalpine Stahlwelt statt.

In mehreren Vorträgen und Diskussionsrunden versuchten sich die TeilnehmerInnen medizinischen, rechtlichen und ethischen Fragestellungen im Hinblick auf die Versorgung alter Menschen kritisch anzunähern. Teil des Kongressprogramms war auch ein Workshop mit dem Titel "Risikomedikation – Was den alten Menschen zu Fall bringen kann", in den Studierende des Master Studiengangs Digital Healthcare der FH St. Pölten aktiv eingebunden waren. 

Digital Healthcare Teil des Kongressprogramms

Im Workshop stellten die Studierenden David Kollmitzer, Isabel Kächele und Jürgen Maureder ihr Projekt "FallTec : Sensor-basierte Sturz-Prävention für PatientInnen mit Demenz" einem interessierten Fachpublikum vor. Bei der anschließenden Diskussionsrunde konnten sich die TeilnehmerInnen mit den Studierenden zum Thema Sturz im Alter und über das Projekt selbst austauschen. 

Außerdem hatte der Studiengang Digital Healthcare auf dem Kongress einen eigenen Stand, wo sich die BesucherInnen über den Studiengang an der FH St. Pölten sowie über aktuelle Studierenden-Projekte wie Parrot, Karli und natürlich FallTec näher informieren konnten.

"Der Kongress und auch das Abendessen am Ende des Veranstaltungstages boten für uns Studierende die großartige Möglichkeit, Kontakte in der Branche zu knüpfen und mit wichtigen Entscheidungsträgern wie Christian Lampl, Kongresspräsident und Leiter der Abteilung für Akutgeriatrie und Remobilisation im Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, persönlich ins Gespräch zu kommen", erzählt Maureder rückblickend. "Unser Stand ist sehr gut angekommen. Wir waren unter all den Stationen zum Thema Pharmakologie definitiv das technologische Highlight."  

Mit FallTec das Sturzrisiko senken

Stürze haben nicht nur für Betroffene unangenehme Folgen, sie sind auch für das Gesundheitssystem mit hohen Folgekosten verbunden. Studien zeigen, dass sie die Lebensqualität nachhaltig beeinträchtigen und sogar zu einem früheren Tod der Patienten und Patientinnen führen können. Gerade bei älteren Menschen, die mit dem Nachlassen kognitiver Fähigkeiten oder mit Demenz zu kämpfen haben, erhöht sich das Sturzrisiko um 200 bis 300 Prozent.

Eine Ganganalyse gibt Aufschluss darüber, wie groß das Risiko, zu stürzen, bei Demenzkranken tatsächlich ist; hierfür spielen Parameter wie die Trittfrequenz oder die Varianz der Schrittlängen eine Rolle. Umgekehrt sind genau diese Werte nützlich, um das Risiko einer späteren Demenzerkrankung abzuschätzen.

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Bei FallTec geht es darum, eben diese Parameter für die Prävention zu nutzen. Die Studierenden wollen ein System zur Messung des Sturzrisikos entwickeln, das helfen kann, dieses frühzeitig zu erkennen und zukünftige Stürze so zu verhindern.

"Wird der Sensor von einem Demenz-Patienten getragen, werden die gesammelten Daten in unserer webbasierten Anwendung überprüft. Nach der Analyse wird das individuelle Sturzrisiko visualisiert", erklärt das Projektteam. Seine Prognose: "In Zukunft kann FallTec ein sehr nützliches Werkzeug sein, um Stürze zu verhindern, die Lebensqualität zu erhöhen und die durch Stürze verursachten Gesundheitskosten zu senken."

An dem Projekt beteiligte Studierende sind Elias Matousek, Isabel Kächele, Jürgen Maureder, David Kollmitzer und Phillipp Köcher.

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