Filmanalyse: quantitativ und computergestützt

Workshop Computer-based Approaches for the Analysis of Film Style

Der Workshop in Potsdam eruierte die Chancen und Grenzen eines quantitativen, computergestützten Zugangs zur Filmanalyse.

„Content-Based Analysis of Stylistic Features in Archive Documentaries“ – unter diesem Titel organisierte Matthias Zeppelzauer zusammen mit Kolleginnen und Kollegen kürzlich einen Workshop am Brandenburg Center for Media Studies in Potsdam.

Distant Reading

Grundlage des Workshops ist Franco Morettis Vorstellung von „Distant Reading“. Darin schlägt er einen quantitativen Zugang für Literaturanalysen vor, wobei mittels computergestützter Methoden komplexe Muster und versteckte Zusammenhänge in Texten identifiziert werden.

Stilometrie ist die bekannteste Form des Distant Readings. Dabei wird davon ausgegangen, dass Autorinnen und Autoren einen bestimmten Schreibstil anwenden. Dieser Schreibstil kann sich hinsichtlich der Verwendung bestimmter Wörter bzw. immer wieder geschriebener Artikel, Pronomen, Präpositionen usw. äußern. Werden die individuell bevorzugten Wörter in verschiedenen Texten gezählt, kann ein stilistischer Fingerabdruck erkannt werden. Diese Methode wird häufig angewendet, um Texte von unbekannten AutorInnen mit Texten von bekannten AutorInnen zu vergleichen, um dann die Urheberschaft zuzuordnen.

Ziel des Workshops

Der transdisziplinär gestaltete Workshop brachte ForscherInnen aus den Bereichen Film-, Literatur-, Sprachwissenschaften und Informatik zusammen und hatte zum Ziel, Möglichkeiten des Methodentransfers von Distant Reading und Stilometrie auf die Analyse von Filmen zu erörtern. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven auf das Thema präsentiert und intensiv diskutiert. Es wurden sowohl Chancen als auch Grenzen der quantitativen und computergestützten Filmanalyse analysiert.

Neue Kooperationen

Im Zuge des Workshops wurden neue Kooperationen zwischen Film- und MedienwissenschaftlerInnen und InformatikerInnen aufgebaut. Es soll auch eine eigene Publikation mit ausgewählten Workshop-Beiträgen in Form eines Special Issues in einer facheinschlägigen Zeitschrift erscheinen.

Besonderer Dank gebührt den MitorganisatorInnen, allen voran Dr. Adelheid Heftberger vom Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften in Potsdam für die Organisation und Ausrichtung des Workshops.

Mehr Informationen zum Workshop sowie das vollständige Programm befindet sich auf der Website der „Arbeitsgruppe Film und Video“ des Verbands der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum.

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FH-Prof. Dipl.-Ing. Mag. Dr. Matthias Zeppelzauer

FH-Prof. Dipl.-Ing. Mag. Dr. Matthias Zeppelzauer

Senior Researcher Forschungsgruppe Media Computing
Institut für Creative\Media/Technologies
Department Medien und Digitale Technologien