Forscherinnen des Arlt Instituts bei IFSW-Tagung

Stefan Trenker und Alois Huber

Ein starkes Team vertrat das Arlt Institut bei der IFSW Europa Konferenz 2019 und präsentierte Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte.

Christoph Redelsteiner, Katharina Auer-Voigtländer, Marina Tomic Hensel, Florian Zahorka und Alois Huber waren zu Gast bei der Europa Konferenz 2019 der International Federation of Social Workers, die vom 8. bis 11. September 2019 in Wien stattfand.

Redelsteiner: Soziale Arbeit im Gesundheitsbereich

Primary Care

Gleich zwei Vorträge steuerte Christoph Redelsteiner zur Konferenz bei. Der Leiter des Master Studiengangs Soziale Arbeit referierte zu Beginn zum Thema "Primary Care in the Center of the Community".

"Primary Care ist mehr als eine hochfrequente medizinische Praxis", so Christoph Redelsteiner. Im Vortrag hob er die Bedeutung der sozialen, pflegerischen und medizinischen Primärversorgung im Gemeinwesen hervor und stellte unterschiedliche internationaler Konzepte vor, darunter auch das Konzept für ein Gemeinwesenzentrum in Orth an der Donau.

Emergency Medical Service 

Der zweite Vortrag trug den Titel "Emergency Medical Service (EMS) – an involuntary Out-of-Hours Social Work Resource". Christoph Redelsteiner schilderte dabei Einsätze, die beim Rettungsdienst auflaufen und auch durch Ressourcen der Sozialen Arbeit bedient werden können.

Er nannte dabei pflegende Angehörige, die Unterstützung brauchen, Daueranrufer die sich an Rettung und Krankenhaus wenden, dort aber wieder rasch entlassen werden weil kein akutes medizinisches Problem aber Bedarf an sozialarbeiterischem Entlassungs- und Casemanagement ist, Menschen ohne Obdach sowie PatientInnen mit Alkohol- oder Drogenproblemen oder Opfer häuslicher Gewalt.

ForscherInnen des Ilse Arlt Instituts bei der IFSW European Conference 2019 in Wien

Foto: FH St. Pölten / Christoph Redelsteiner

Katharina Auer zu Inklusionspraxen im Zusammenhang mit Menschen auf der Flucht

In ihrem Vortrag "Inclusion and exklusion practices with regard to refugees" berichtete Katharina Auer über aktuelle Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit. Dabei ging es um Implikationen für die Soziale Arbeit, die im Zusammenhang mit "privater Hilfe" auftreten. Gegenstand der Untersuchung war die Arbeit von Freiwilligen in der Flüchtlingsarbeit.

Katharina Auer kommt zu dem Schluss, dass Hilfepraxen auch ein Abbild bestehender Asymmetrien von Macht widerspiegeln und Mechanismen von Selektion und Exklusion beinhalten. Das führt häufig zu Frustration und Enttäuschung. In ihrem Vortrag diskutierte Katharina Auer die Frage, wie die Soziale Arbeit solche Prozesse bestmöglich begleiten und unterstützen kann.

Tomic Hensel zur Ökonomisierung der Soziale Arbeit

Marina Tomic Hensel referierte zum Thema "Economization of Social Work – the need for theoretical perspectives and research approaches". Sie beleuchtete dabei Effekte von Ökonomisierung und zeigte diesbezüglich Forschungsdesiderate in der Sozialen Arbeit auf.

Darauf aufbauend stellte Marina Tomic Hensel zwei theoretische Zugänge vor, die es erlauben, Ökonomisierungsprozesse kritisch-reflexiv zu untersuchen.

Zahorka: Studie zu psychosozialen Helplines in Österreich

Florian Zahorka präsentierte die Ergebnisse seiner Analyse von psychosozialen Helplines in Österreich mit einer darauf aufbauenden prospektiven quantitativen Studie auf Basis der Consumer Confusion Theory.

"Es ging darum zu testen, wie sich die Angebotsfülle, Spezialisierung und Differenzierung auswirken", so Florian Zahorka. In der anschließenden Diskussion berichteten TeilnehmerInnen, dass einige Ländern Lifelines bzw.  Vermittlungsnummern eingerichtet haben, die zu beinahe jedem Anliegen eine Ansprechstelle haben.

Premiere: Sozialarbeitskabarett mit Alois Huber und Stefan Trenker

Beim Student's Day der Tagung präsentierten Alois Huber und Stefan Trenker ihr aktuelles Kabarett "Homo A Socialis". Dabei reisen sie in die Zukunft, um Einblicke in eine mögliche, futuristische Version sozialer Arbeit zu gewähren. Begleitet von Songs des Musikers Stefan Trenker beleuchten sie auf humorvoll tiefgründige Art und Weise manch aktuelles Thema. Ihre Berufung haben die beiden im Kabarett auf jeden Fall gefunden.

Alois Huber arbeitet seit über 30 Jahren als Sozialarbeiter, Vortragender, Dozent und Buchautor und Produzent elektronischer Musik. Stefan Trenker, ebenfalls Sozialarbeiter, war jahrelang für die Robbie Williams Band und andere Superstars tätig, komponierte Radiohits, entschied sich aber letztlich für die bodenständigere Arbeit, die im Sozialbereich.

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