Forschungsfest zum Brückenbau

Projekt Bridging gaps stellt sich vor

Das Projekt „Bridging gaps“ vermittelte Kindergarten- und Schulkindern Wissen zu Technik und Konstruktion von Brücken und Bewusstsein für das Überwinden sozialer Barrieren. Die Kinder entwickelten eine App zur technischen Inspektion von Brücken und besuchten Workshops zu Integration und Migration. ForscherInnen mit Migrationshintergrund dienten als Vorbilder für wissenschaftliche Karrieren. Heute wurde das Projekt an der FH St. Pölten im Rahmen eines Forschungsfestes präsentiert.

Brücken verbinden

Brücken bauen, Verbindungen schaffen: Im Projekt „Bridging gaps“ wurde zusammen mit Kindergarten- und Schulkindern die Funktion einer realen Brücke sowie deren Planung, Kostenrechnung und Instandhaltung erforscht. Gleichzeitig wurde die symbolische Bedeutung des Überbrückens sozialer Differenzen wie Bildungs- bzw. Herkunftsniveaus thematisiert und reflektiert.

Welche Arten von Brücken gibt es? Wie kann eine Brücke überprüft und instand gehalten werden? Welche Kosten entstehen dabei? Diese Fragen klärten Kinder und Jugendliche von Kindergarten, Volksschule, Mittelschulen, HAK und HTL in St. Pölten und Krems gemeinsam mit Hirut Grossberger, Researcher am Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung, und Iosif Miclaus, Research Assistant in der Forschungsgruppe Media Computing am Institut für Creative\Media/Technologies der FH St. Pölten.

Neben der technischen Auseinandersetzung vermittelten Susanne Binder, Sabrina Kopf und Özgür Tasdelen, Researcher am Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten, in Workshops die symbolische Bedeutung von zwischenmenschlichem „Brückenbauen“: Wie gelingt es, zu anderen eine Brücke zu bauen, um die Menschen besser kennen zu lernen und so die Gemeinschaft in der Gruppe, der Klasse oder der Gesellschaft zu stärken?

Forschungsfest

Heute präsentierten die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den Forscherinnen und Forschern ihre Ergebnisse im großen Festsaal der FH St. Pölten. Die Theatergruppe „no peanuts“ führte unter der Leitung von Gabrielle Erd das Stück „Das verwünschte Land!“ auf.

„Durch das Projekt soll bei den Kindern das Verständnis für soziale Unterschiede aufgrund von Herkunft, Geschlecht und Bildungshintergrund ebenso gesteigert werden, wie ihr Interesse für Naturwissenschaft, Technik, Forschung und Innovation. Das Projekt vermittelte, dass Technikerinnen und Techniker neben technischem Wissen auch ökonomische und soziale Kompetenzen und die Fähigkeit zum interdisziplinären Austausch benötigen“, erklärt Frank Michelberger, Leiter des Projekts und des Carl Ritter von Ghega Instituts für integrierte Mobilitätsforschung der FH St. Pölten.

Rollenmodelle zu Forschung und Migration

Für Kinder mit Migrationshintergrund ist es von Bedeutung, jemanden mit Migrationsbiographie in der Rolle als WissenschaftlerIn zu erleben. Das kann Stereotypen entgegenwirken. ForscherInnen mit Migrationshintergrund übernehmen daher im Projekt die Funktion von Role-Models für außergewöhnliche Karrieren.

Dies sind Hirut Grossberger und Özgür Tasdelen. Grossberger ist Researcher am Carl Ritter von Ghega Institut für integrierte Mobilitätsforschung. Die in Äthiopien geborene Technikerin schloss zwei Masterstudien und ihre Dissertation an der Universität für Bodenkultur in Wien ab. Kernthema ihrer Forschungsarbeit ist Brückenbau. Özgür Tasdelen ist Researcher am Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten. Der Forscher mit kurdischem Migrationshintergrund hat ein Betriebswirtschafts- und Politikwissenschaftsstudium abgeschlossen.

Projekt bridging gaps

Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Partner im Projekt waren die exit14 MedienAgentur (Wolfgang Almstädter) und im-plan-tat Raumplanungs-GmbH & Co KG (Martina Scherz). Am Projekt beteiligt waren der Kindergarten Neu-Viehofen sowie die Schulen HTL Krems, BHAK/BHAS St. Pölten, NNÖNMS St. Pölten-Viehofen, NNÖMS Theodor Körner III und Volksschule St. Pölten-Viehofen.
zur Projektbeschreibung

Zum Thema: Smart Inspection – Innovative Instandhaltung von Eisenbahnbrücken
http://www.fit-for-future.at/smart-inspection-innovative-instandhaltung-von-eisenbahnbruecken

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